Wer eine Nahrungsmittelallergie hat, weiß natürlich, dass diese den Alltag irgendwie mitbestimmt. Während andere auf Reisen sorglos neues Essen probieren und sich von lokalen Gerichten überraschen lassen, musst du bei Allergien oder Unverträglichkeiten immer die Zutaten im Blick behalten. Was in der Heimat schon manchmal eine Herausforderung ist, wird durch Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede nicht leichter. Da wir in der Familie mehrere Nahrungsmittelallergien bzw. -Unverträglichkeiten haben, teile ich hier gerne meine Tipps und Erfahrungen damit auch du deine Reisen mit Nahrungsmittelallergie etwas unbeschwerter genießen kannst.
Hinweis vorab: Grad der Allergie beachten
Es gibt große Unterschiede bei allergischen Reaktionen. Von leichten Hautreaktionen bis hin zu lebensbedrohlichen allergischen Schocks, von der Reaktion auf größere Mengen im Essen bis zur Gefahr durch geringste Spuren. Je nachdem müssen natürlich mehr oder weniger strenge Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Bitte behalte immer deine individuelle Situation im Hinterkopf und gehe gegebenenfalls auf Nummer sicher.
In unserem Fall handelt es sich um leichte bis mittlere Allergieformen, bei denen eine Reaktion nur durch tatsächliche Inhaltsstoffe ausgelöst wird und ein eventueller Kontakt mit Allergenen bzw. kleine Spuren davon unproblematisch sind. Dementsprechend kann ich keine Aussagen für schwere Allergieformen treffen. Viele Erfahrungen auf unseren Reisen helfen dir vielleicht trotzdem weiter.
Planung ist alles – allgemeine Tipps zum Reisen mit Nahrungsmittelallergien
Reiseapotheke
Ärztlich verordnete Allergiemedikamente gehören unbedingt in die Reiseapotheke – und zwar ins Handgepäck! Beachte dabei die jeweiligen Vorschriften zur Einfuhr von Medikamenten deines Reiselandes. Falls es Einschränkungen gibt, können meist Ausnahmegenehmigungen beantragt werden und es muss ein ärztliches Attest in Landessprache bzw. Englisch mitgeführt werden. Erkundige dich unbedingt rechtzeitig über die Einfuhrregelungen damit du genug Zeit für Anträge und Dokumente hast.
Unterkunft
Falls du in einem Hotel inklusive Verpflegung Urlaub machst, ist es eine gute Idee schon vorab Kontakt aufzunehmen und auf Nahrungsmittelallergien hinzuweisen. Große Hotelketten sind dabei oft vertrauter mit dem Umgang mit Nahrungsmittelallergien als eine kleine Pension mit fünf Zimmern. Ausnahmen bestätigen die Regel. 😉
Achtung bei Buffets: für viele Reisende sind sie wegen der großen Auswahl ein Traum und auch für Allergiker finden sich meist Optionen. Reagierst du allerdings auf kleinere Spuren von Allergenen kann das problematisch werden. Selbst wenn das Hotel Kreuzkontaminationen ausschließen kann, gibt es leider immer wieder Mitmenschen, die an Buffets mit dem gleichen Besteck nach Herzenslust von einer Speise zur nächsten greifen.
Bei der Buchung deiner Unterkunft kannst du außerdem darauf achten, dass es eine Küche gibt, in der du selbst dein Essen zubereiten kannst. Eine kleine Kochnische oder zumindest Mikrowelle und Wasserkocher sind oft auch in Hotelzimmern verfügbar. Eventuell macht es sogar Sinn kleine Küchengeräte wie einen Reise-Wasserkocher o. ä. einzupacken falls du auf Spuren von Allergenen reagierst.
(Aus-)Flug & Gepäck
Auch bei vielen Ausflügen oder Veranstaltungen haben wir schon vorab Informationen eingeholt oder einen Bedarf an Sondermahlzeiten angemeldet. Falls es dem Anbieter nicht möglich ist, entsprechende Mahlzeiten bereitzustellen, bist du zumindest vorbereitet und kannst selbst etwas mitnehmen.
Ganz wichtig: vergiss nicht das Essen im Flugzeug! Entweder du nimmst selbst Snacks in ausreichender Menge mit oder du bestellst ein Sonderessen bei der Airline. Aus beruflicher Erfahrung muss ich leider sagen, dass es in Einzelfällen vorkommen kann, dass eine solche Mahlzeit auf dem Flug nicht beladen ist. Sei es durch fehlende Informationsweiterleitung, kurzfristigen Wechsel eines Flugzeugs oder großer Verspätungen, am Ende stehst du im schlechtesten Fall hungrig da. Aus diesem Grund nehme ich immer wenigstens eine Kleinigkeit mit an Bord.
Oft wird auch empfohlen einige sichere Nahrungsmittel im Koffer dabei zu haben. Das ist eine super Idee falls die Einfuhr erlaubt ist. In manchen Ländern gibt es sehr strenge Richtlinien was die Einfuhr von Lebensmitteln angeht (zum Beispiel Australien oder Neuseeland). Dort musst du die Nahrungsmittel vor der Einreise anmelden und an den Kontrollstationen vorzeigen. Verstöße werden mit hohen Geldbußen geahndet.
Digitale Helfer
Im digitalen Zeitalter finden sich zum Glück zahlreiche Informationen online. Aus diesem Grund kannst du vielleicht schon vor der Reise einige Restaurants oder Cafés heraussuchen, die deinen Bedürfnissen gerecht werden. Es gibt zum Teil Facebook-Gruppen oder spezielle Apps, die bei der Suche helfen können. Die Happy Cow App hat uns zum Beispiel schon oft bei der Suche nach veganen Restaurants geholfen (Milchprotein-Unverträglichkeit). Diese sind häufig auch auf andere Nahrungsmittelallergien vorbereitet oder können zumindest genaue Angaben zu den Inhaltsstoffen machen.
Ebenfalls wichtig falls du die Landessprache nicht beherrschst: installiere eine gute Übersetzungsapp, damit du die Inhaltsstoffe von Produkten überprüfen kannst. Auch die Kommunikation mit dem Personal ist in der eigenen Sprache oft einfacher und du erhältst eventuell zuverlässigere Antworten als mit gebrochenem Englisch. In Südkorea hat uns das zum Beispiel sehr geholfen.



Unsere Erfahrungen in ausgewählten Reiseländern (kurz und knapp)
Asien
Ein grundsätzlicher Hinweis vorab: in Asien musst du beachten, dass häufig Öle oder Saucen mit Allergiepotenzial genutzt werden (z. B. Erdnussöl, Garnelenpaste, Soja- oder Sesamsaucen). Diese Allergene sind auf den Zutatenlisten der Speisen in Restaurants nicht zwangsläufig aufgeführt. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine gezielte Nachfrage.
Dubai & Vereinigte Arabische Emirate
In Dubai wurde bei fast jeder Bestellung schon vom Personal selbst nach Nahrungsmittelallergien gefragt und dann entsprechend reagiert. Falls das einmal ausblieb, haben wir einfach selbst nachgefragt und immer zuverlässige Informationen erhalten. Grund dafür ist die gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung der Hauptallergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch, Krebstiere, Milch, Eier, Schalenfrüchte (Nüsse) und Sesam). Es müssen sogar Vorkehrungen zur Vermeidung von Kreuzkontamination getroffen werden und jederzeit eine Person anwesend sein, die auf Nachfrage zuverlässige Informationen geben kann.
Die Kennzeichnungspflicht gilt auch für verpackte Waren, wodurch der Einkauf im Supermarkt ebenfalls sehr unkompliziert ist. Aus diesen Gründen ist Dubai für mich eins der empfehlenswertesten Reiseziele für Nahrungsmittelallergiker.
Die Vereinigten Arabischen Emirate schreiben bei verpackten Lebensmitteln allgemein eine fettgedruckte Allergenkennzeichnung auf Arabisch vor (Englisch zusätzlich freiwillig möglich). Viele Hauptallergene (Gluten, Soja, Erdnüsse Fisch, Weich-, Krusten- und Schalentiere, Milch, Eier, Baumnüsse, Sulfite, Sesam, Sellerie, Senf und Lupinen) sind also immer ausgewiesen.
In Restaurants ist eine Kennzeichnung nicht verpflichtend, auf Nachfrage muss allerdings Auskunft zu Allergenen gegeben werden können.
Singapur
In Singapur fiel uns die gute Kennzeichnung von Allergenen positiv auf. Auf Speisekarten und Produkten ist meist „enthält folgende Allergene: …“ zu lesen. Mindestens die Hauptallergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch, Krustentiere, Milch, Eier, Schalenfrüchte (Nüsse) und Sulfite) müssen auf verpackten Lebensmitteln in der Zutatenliste gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung erfolgt übrigens grundsätzlich in Englisch, was es für Touristen sehr einfach macht die Hinweise zu lesen.
Grundsätzlich besteht in Restaurants keine Pflicht zur Kennzeichnung von Allergenen. Wir haben trotzdem in vielen Lokalitäten Hinweise gefunden oder das Personal konnte Auskunft geben. Außerdem gibt es häufig vielfältige Optionen im Sortiment, so dass du ein geeignetes Produkt bzw. Gericht auswählen kannst (sofern Kreuzkontamination kein Problem darstellt).
Bali
Die vielleicht beste Erfahrung haben wir in unserem Hotel auf Bali gemacht. Schon beim Checkin wurden wir aktiv nach Nahrungsmittelallergien gefragt und ein Hinweis an die Küche gegeben. Beim Frühstücksbuffet gab es eine klare Kennzeichnung der Allergene an allen Speisen und beim Abendessen wurde jedes Mal nachgefragt und eine entsprechende Information an die Küche gegeben. Das Essen wurde dann extra zubereitet, um den Kontakt zu Allergenen auszuschließen. Als das einmal nicht sichergestellt werden konnte (eine Bolognese-Sauce wurde in größerer Menge vorgekocht), bekamen wir direkt die Rückmeldung und eine Alternative vorgeschlagen. An dieser Stelle also eine klare Empfehlung für das ANVAYA Beach Resort & Spa in Kuta.
Außerhalb des Hotels mussten wir uns aktiv selbst informieren und nachfragen. Leider gibt es keine gesetzliche Pflicht zur Kennzeichnung, Allergenhinweise sind also eher eine Glückssache. Wir waren deshalb froh Frühstück und Abendessen im Hotel gebucht zu haben. Es gibt allerdings auch viele internationale Ketten und zumindest in den Touristenzentren Restaurants, die Allergene ausweisen. Ein großer Vorteil ist außerdem, dass in gastronomischen Einrichtungen auf Bali meist sehr gutes Englisch gesprochen wird und man sich zumindest genauer erkundigen kann.
Kuala Lumpur
In Malaysia müssen häufige Allergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch, Rogen, Weich- und Krebstiere, Milchprodukte, Eier und Schalenfrüchte (Nüsse)) gekennzeichnet werden. Im Supermarkt und auf verpackten Waren findest du also zuverlässige Informationen dazu.
In Restaurants und Cafés werden Allergene selten gekennzeichnet.
Wir haben uns in Kuala Lumpur auf internationale Ketten oder für uns „sichere Lebensmittel“ verlassen und abgepacktes Essen eingekauft. Es gibt aber auch die Möglichkeit Allergenkarten auf Malaiisch übersetzen zu lassen und diese dann vorzuzeigen. Kuala Lumpur ist allerdings sehr multikulturell und nicht jeder spricht Malaiisch. Englisch wird meist gut verstanden, du kannst es also auch damit versuchen. Wie zuverlässig die Auskunft letztendlich ist und ob Kreuzkontaminationen ausgeschlossen werden können, solltest du vor Ort abwägen.
Bangkok
Auf verpackten Waren muss in Thailand klar gekennzeichnet werden welche Allergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch, Schalentiere, Milchprodukte, Eier, Schalenfrüchte (Nüsse) und Sulfite) enthalten sind bzw. enthalten sein können. Die Beschriftungen sind außerdem oft auch in englischer Sprache aufgedruckt. Aus diesem Grund kannst du schnell und einfach herausfinden, ob ein Produkt für dich geeignet ist.
In den meisten Restaurants werden Allergene dagegen nicht ausgewiesen. Du musst dich also entweder selbst beim Personal erkundigen oder auf Nummer sicher gehen und nur verpackte Nahrungsmittel kaufen.
Mit Anbietern wie TrustBite kannst du dir außerdem Allergenkarten erstellen lassen, die deine Angaben in die Zielsprache (Thai oder andere) übersetzen. Diese App haben wir nicht selbst ausprobiert, ich möchte trotzdem darauf hinweisen, dass es die Möglichkeit gibt.
Hongkong
Da viele Produkte auch auf Englisch beschriftet sind und das Personal meist sehr gutes Englisch spricht, konnten wir uns in Hongkong ganz gut durchschlagen. Auf verpackten Waren sind die Hauptallergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch, Krustentiere, Milchprodukte, Eier, Schalenfrüchte (Nüsse) und Sulfite) immer gekennzeichnet, allerdings nicht unbedingt extra hervorgehoben. Auch der Hinweis auf Spuren von Allergenen erfolgt nicht immer. Bei vielen abgepackten Waren kannst du aber recht schnell herauslesen, ob sie für dich geeignet sind.
In Restaurants gibt es leider keine Hinweispflicht und es wird auch meist darauf verzichtet Allergene auszuweisen. Hier hilft nur nachfragen, auf vertraute Kettenrestaurants setzen oder im Zweifel selbst kochen.
Südkorea
Bei unserer Ankunft in Seoul wollten wir nur schnell ein kleines Abendessen im Convenience Store besorgen. Doch dabei bin ich zum ersten Mal ein wenig verzweifelt. Nach einem langen Flugtag mit quengeligem Kind an der Hand in einem winzigen Shop mit vielen Menschen drumherum noch Inhaltsstoffe per Übersetzungsapp zu entziffern, war einfach zu viel. 😄 Mir dämmerte, dass die Sprachbarriere die Nahrungssuche definitiv erschweren würde.
In den nächsten Tagen haben wir dann aber auch größere Supermärkte gefunden, in denen ein paar Produktnamen halb auf Englisch waren oder Importware verkauft wurde. Du solltest beim Einkaufen trotzdem grundsätzlich etwas mehr Zeit und deine Übersetzungsapp bereithalten. Allergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch und Meeresfrüchte, Milch, Eier, Sulfite, Walnüsse, Pinienkerne, Pfirsich, Tomate) werden auf den Produkten extra gekennzeichnet, was die Auswahl erleichtert – nur die Übersetzung dauert eben etwas.
In Restaurants war es eher schwierig die genauen Allergene herauszufinden, deshalb sind wir entweder auf bekannte Ketten ausgewichen oder haben selbst gekocht. Hintergrund: Große Franchiseketten mit mehr als 50 Filialen sind verpflichtet, Allergene auszuweisen und können zumindest auf Nachfrage hin Auskunft geben. Bei normalen gastronomischen Einrichtungen ist das leider nicht der Fall. Wir hatten aber in einigen Cafés auch das Glück, dass wir per Übersetzungsapp genauer nachfragen konnten und die Mitarbeiter uns zuverlässige Informationen gegeben haben. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.
Japan
In Japan haben wir ähnliche Erfahrungen gemacht wie in Südkorea. Tokio ist für Allergiker wahrscheinlich noch am ehesten geeignet, da hier relativ häufig etwas Englisch gesprochen wird. Allerdings ist Japan mit Nahrungsmittelallergien eher schwieriger zu bereisen als andere Länder.
Neben der Sprachbarriere, die sowohl die Kommunikation mit Menschen als auch das schnelle Lesen von Inhaltsstoffen oder Hinweisen erschwert, werden Allergene oft nicht separat gekennzeichnet. In Japan ist es außerdem nicht üblich Mahlzeiten anders zu bestellen als auf der Karte, also z. B. ohne Beilage X, eine bestimmte Zutat oder eine Sauce. Es ist deshalb etwas umständlich bei jedem einzelnen Produkt herauszufinden, was genau enthalten ist und die Erfüllung von Sonderwünschen ist unwahrscheinlich.
Es gibt die Möglichkeit kostenfrei online Allergen-Hinweiskarten zu übersetzen, die du dann im Zweifel vorzeigen kannst. Ob das wirklich hilft, kann ich leider nicht beantworten. Wenn die Mitarbeiter unsicher sind, werden sie dir wahrscheinlich sagen, dass das Restaurant deine Bedürfnisse nicht erfüllen kann und dich weiter schicken. Wir hatten eine solche Karte dabei, haben uns aber lieber auf Informationen verlassen, die wir selbst sicher herausfinden konnten.
Seit April 2026 besteht die gesetzliche Pflicht auf abgepackten Lebensmitteln einige Allergene (Gluten, Erdnüsse, Garnelen, Krebstiere, Milch, Eier, Walnüsse, Cashew) zu kennzeichnen. Es gibt eine Empfehlung noch 20 weitere Allergene klar auszuweisen, was aber leider nicht verpflichtend ist. Im Herbst 2026 war die Kennzeichnung noch nicht überall zu finden. Es sollte aber zukünftig etwas einfacher für Allergiker werden durch Japan zu reisen – zumindest wenn du auf die oben genannten Allergene reagierst.
Australien, Neuseeland & Fidschi
Australien
In Australien haben wir häufig Menüs entdeckt, auf denen allergenfreie Optionen hervorgehoben waren. Hinter dem Gericht steht dann z. B. „DF“ für Dairy free (ohne Milchprodukte) oder „NF“ für Nut free (ohne Nüsse), manchmal auch der Zusatz „… Option available“. Das machte es super einfach schnell herauszufiltern welche Gerichte in Frage kommen und welche nicht. In Cafés gab es hingegen oft Unsicherheiten über die genauen Inhaltsstoffe, außer die Produkte wurden selbst hergestellt. Die Mitarbeiter sagten aber zumindest immer ganz ehrlich ob sie Inhaltsstoffe ausschließen können oder nicht. Grundsätzlich sind Restaurants verpflichtet zumindest auf Nachfrage Informationen zu Allergenen bereitzustellen.
Im Supermarkt bzw. bei abgepackten Lebensmitteln sind Allergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch, Weich- und Krustentiere, Milch, Eier, Baumnüsse, Sulfite, Sesam und Lupinen) grundsätzlich gut sichtbar, fettgedruckt aufgelistet. Die Informationen umfassen dabei sowohl enthaltene Allergene („contains…“) als auch eventuelle Spuren („may contain…“). Seit Februar 2026 gibt es sogar die Pflicht, entsprechende Stoffe mit exaktem Namen bzw. Art zu deklarieren statt nur die Allergengruppe (z. B. Haselnuss statt Tree Nuts).
Außerdem gibt es fast überall eine riesige Auswahl an glutenfreien Produkten. Auch bei anderen Nahrungsmittelallergien lohnt sich ein Blick in diese Abteilung, denn oft enthalten die Produkte allgemein wenige Allergene. Wir haben zum Beispiel milch- und nussfreie Schoko-Cornflakes nur bei den glutenfreien Produkten gefunden.
Neuseeland
Glutenfreie Produkte fanden wir auch in Neuseeland überall in großer Zahl. Der Hinweis darauf findet sich auch gefühlt überall, was man von anderen Allergenen leider nicht sagen kann. In Restaurants und Cafés war eigentlich immer eine Nachfrage nötig.
Im Supermarkt und bei abgepackten Lebensmitteln sind die Allergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch, Weich- und Krebstiere, Milch, Ei, Baumnüsse, Sulfite Sesam und Lupinen) dafür sehr ausführlich, separat und fettgedruckt gekennzeichnet.
Ausnahmen haben wir manchmal an den Frischetheken im Supermarkt entdeckt. Wenn zum Beispiel frische Backwaren angeboten wurden, fand sich kein Hinweis zu den Inhaltsstoffen auf der Verpackung und es gab in der Regel auch keine Mitarbeiter vor Ort, die man hätte fragen können. Das war allerdings zu verschmerzen.
Fidschi
Überraschenderweise fanden wir auf Fidschi selbst in kleinen Supermärkten Milchalternativen usw. Auf den verpackten Lebensmitteln müssen Allergene (Gluten, Soja, Erdnüsse, Fisch und Krebstiere, Milch, Eier, Schalenfrüchte (Nüsse) und Sulfite) auch ausgewiesen sein, entweder mit separatem Hinweis oder in der Inhaltsstoffliste.
In unserem Hotel waren Allergene außerdem oft gekennzeichnet und bei vielen Gelegenheiten wurde explizit danach gefragt, u. a. bei der Buchung von Ausflügen oder in der Lounge am Flughafen. Da es auf Fidschi viele internationale Hotelketten auf hohem Niveau gibt, sollte es in diesen Unterkünften nicht zu Problemen kommen. In kleineren Restaurants und lokalen gastronomischen Einrichtungen ist eine Allergenkennzeichnung wie in den meisten Ländern eher unüblich.
Disneyland
Kein eigenes Land, aber in dieser Hinsicht übergreifend zu bewerten. Vorab: wir sind große Fans der Disneyparks und haben schon einige selbst besucht. Vieles läuft dort auf höchstem Niveau und garantiert ein magisches Erlebnis für Gäste. Die Kennzeichnung von Allergenen und entsprechende Alternativen an Speisen gehört in meinen Augen leider nicht dazu.
Es ist nirgends eine direkt einzusehende Allergenkennzeichnung zu finden, egal ob in Restaurant oder bei den vielen Snacks. Auf Nachfrage geben die Mitarbeiter aber Auskunft bzw. schauen selbst in den Inhaltslisten nach.
Es gibt die Möglichkeit ein allergenfreies Menü zu bestellen (Achtung: es werden nicht alle Allergene ausgeschlossen), allerdings erfährt man das nur durch eigene Recherche. Hinweise auf den Speisekarten o. ä. haben wir bisher nicht entdeckt. Das Allergikeressen beschränkt sich dann auch auf dieses eine Gericht und ich finde die Inhaltsstoffe der Speisen allgemein recht einseitig.
Von einem weltweit agierenden, riesigen Unternehmen wie Disney hätte ich zumindest eine transparente Allergenkennzeichnung oder eine kleine Auswahl an Alternativen erwartet, gerade weil täglich so viele Besucher in die Parks strömen. In den letzten Jahren konnte ich diesbezüglich leider auch keine Weiterentwicklung feststellen. Entwicklungspotenzial gibt es natürlich überall und vielleicht ist das ja ein Punkt, den Disney irgendwann doch noch in Angriff nimmt. Bis dahin ist die Verpflegung im Disneyland für Nahrungsmittelallergiker leider etwas mühseliger.
Fazit
Reisen mit Nahrungsmittelallergien sind nicht immer einfach. Es erfordert sehr viel mehr Planung, Zeit und Sprachkenntnisse als andere Reisende aufwenden müssen. Der Umgang mit dem Thema ist regional sehr unterschiedlich und es werden von Land zu Land andere Allergene gekennzeichnet. Reagierst du auf ein typisches Allergen wie Gluten oder Erdnuss, kannst du meist recht unkompliziert herausfinden, wo es enthalten ist. Reagierst du auf seltenere oder mehrere Inhaltsstoffe, wird es komplizierter.
Es gibt aber durchaus Länder, die sich einfacher bereisen lassen als andere. Ich hoffe unsere Erfahrungen helfen dir dabei einen ersten Eindruck von verschiedenen Reiseländern zu gewinnen und einzuschätzen, ob sie für dich geeignet sind. Auch wir mussten unterwegs schon häufiger auf Fast Food o. ä. zurückgreifen, weil es im Zweifel ziemlich zuverlässige Angaben bei internationalen Restaurantketten (von Burgerläden über Starbucks bis Ikea) gibt. Es wird also sicher nicht immer alles perfekt und super entspannt laufen, aber bisher haben wir in jedem Land Möglichkeiten gefunden.
Falls du an den genannten Orten andere Erfahrungen gemacht hast oder etwas ergänzen kannst, lass es mich gerne wissen! ☺️ Ich werde auf unseren zukünftigen Reisen weiter fleißig Informationen sammeln und hier teilen.
