Bali ist für mich kein klassisches Reiseziel, das man von Deutschland aus besuchen MUSS. Da die Preise für einen Familienurlaub auf Bali aber relativ günstig sind und man es super mit anderen Zielen in Asien oder Australien verbinden kann, trifft man auf der indonesischen Insel trotzdem viele Deutsche. So sind auch wir während unserer Weltreise auf Bali gelandet und haben dort einen zweiwöchigen Zwischenstopp auf dem Weg von Darwin nach Kuala Lumpur gemacht.






Einreise & Dokumente, die für deinen Familienurlaub auf Bali nötig sind
Für einen Urlaub auf Bali benötigst du ein sogenanntes Visa on Arrival und musst ein paar zusätzliche Vorbereitungen vor der Ankunft treffen. Das ist alles unkompliziert online möglich, wodurch du am Flughafen bei der Einreise Zeit sparst und direkt zur Passkontrolle gehen kannst.
Zunächst solltest du sicherstellen, dass dein Reisepass noch mindestens 6 Monate gültig ist (zum Ausreisezeitpunkt). Der Pass darf außerdem vorher nie als verloren oder gestohlen gemeldet worden sein, denn in solchen Fällen wurde die Einreise wohl schon mehrfach verweigert.
Das Visum on Arrival kannst du online bei der Einreisebehörde von Indonesien beantragen. Nötig sind dein Reisepass und ein Weiterflugticket als Nachweis deiner Ausreise. Die Gebühr für das Visum beträgt aktuell 500.000 IDR (ca. 24 €) pro Person und es ist für maximal 30 Tage gültig. Bei Bedarf kannst du es einmalig um weitere 30 Tage verlängern lassen. Du erhältst eine Bestätigung per E-Mail, die du ggf. bei der Einreise am Flughafen vorlegen musst.
Zusätzlich benötigst du eine Einreisekarte / Arrival Card, die du ebenfalls vorab digital ausfüllst. Es reicht wenn eine Person die Erklärung ausfüllt und die übrigen Familienmitglieder als Mitreisende angibt. Den Nachweis erhältst du per E-Mail und solltest ihn bei der Einreisekontrolle bereithalten falls danach gefragt wird.
Für Bali fällt dann zusätzlich noch eine Tourismusabgabe in Höhe von derzeit 150.000 IDR (ca. 7 €) pro Person an. Du kannst sie online über das Portal Love Bali zahlen. Der QR Code wird später am Flughafen (nach der Passkontrolle und Gepäckabholung) kontrolliert.
Achtung: Es gibt eine Meldepflicht beim Gemeindevorstand ab 24 Stunden nach Einreise. Falls du in privaten Unterkünften wohnst, musst du sicherstellen, dass dein Gastgeber dich entsprechend angemeldet hat. In Hotels brauchst du dir darüber keine Gedanken machen.

Unsere Unterkunft & die unterschiedlichen Regionen von Bali
Art und Anzahl der Unterkünfte
Wir haben lange überlegt, ob wir auf Bali mehrere Unterkünfte buchen sollten oder besser an einem Ort bleiben. Beides hat Vor- und Nachteile:
Buchst du mehrere Unterkünfte kannst du leichter verschiedene Eindrücke sammeln, Ausflüge ohne ewige Fahrtzeiten genießen (der Verkehr auf Bali ist extrem, vor allem im Süden) und sowohl ruhigere Gegenden als auch die Action der Tourismuszentren kennenlernen. Empfehlenswert sind zum Beispiel eine Unterkunft im Süden, eine in der Gegend um Ubud und evtl. eine weitere im Norden.
Entscheidest du dich für nur eine Unterkunft fühlst du dich am Ende wahrscheinlich erholter und besser angekommen, lernst die Region intensiver kennen und hast die Möglichkeit Lieblingplätze zu finden und erneut zu besuchen. Auch finanziell kann es sich lohnen länger in einem Hotel bzw. Ferienhaus zu bleiben. Für uns war das am Ende die bessere Entscheidung, denn wir sind auf unserer Weltreise ständig unterwegs und gerade unsere Tochter braucht zwischendurch auch etwas „Zuhause-Gefühl“.
Eine weitere Frage war, ob wir uns besser für ein Hotel oder Ferienhaus entscheiden. Auch da kommt es auf deine Vorlieben an. Auf Bali gibt es viele luxuriöse Villen für (aus deutscher Sicht) relativ günstige Preise. Diese bieten eine Menge Platz und oft luxuriöse Ausstattung. Es gibt sogar Angebote, die Frühstück oder andere Mahlzeiten und Serviceleistungen beinhalten. Wir haben uns trotzdem für ein Hotel entschieden, denn die Häuser liegen z. T. etwas außerhalb und für uns kam weder ein Mietwagen noch -Roller in Frage. Das macht die Selbstversorgung etwas umständlicher. Gleichzeitig war unsere Tochter in einem Alter, in dem sie die Ruhe und Naturschönheit nicht zwei Wochen lang zu schätzen wusste, sondern lieber andere Kinder am Pool oder im Kidsclub treffen und das Hotel-Buffet entdecken wollte.
Empfehlenswerte Regionen für einen Familienurlaub auf Bali
Kuta
In Kuta, der Ort in dem sich unser Hotel befand, war immer was los: Shoppingcenter, Restaurants und Cafés, Feuershows, Indoor-Spielplätze, Wasserpark, …
Außerdem liegt die Stadt direkt am Flughafen und du entgehst stundenlangen Transfers am An- und Abreisetag. Wir waren in nicht mal 15 Minuten am Flughafen, Fluglärm haben wir trotzdem nie gehört. Mit kleineren Kindern ist das ein riesiger Komfort-Faktor.
Kuta liegt im Südwesten von Bali, so dass du außerdem jeden Abend den Sonnenuntergang über dem Meer sehen kannst. Nachteil: der Verkehr ist wild und viele Ausflugsziele liegen weiter nördlich, was die Fahrtzeiten sehr lang macht. Zum Tempel Tanah Lot brauchten wir z. B. fast zwei Stunden obwohl er nur 20 Kilometer entfernt war. Ebenfalls zwei Stunden dauerte die Fahrt nach Ubud, wo wir bei einem Ausflug u. a. die Reisterrassen und den Affenwald besuchten.
Ubud
Eine gute Alternative wäre eine Unterkunft direkt in Ubud gewesen, da dort viele Sehenswürdigkeiten sind. Gleichzeitig liegt die Stadt zentral, so dass du auch andere Ecken Balis bei Ausflügen entdecken kannst.
Ubud ist allerdings wie Kuta sehr überlaufen und du brauchst lange, um allein innerhalb der Stadt von einem Punkt zum anderen zu kommen. Außerdem waren die Unterkünfte in Ubud vergleichsweise sehr teuer. Sucht du eher nach einem Ferienhaus als nach einem Hotel könntest du in dieser Region aber fündig werden.
Sanur
Sanur wäre ebenfalls ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge in den Osten bzw. die Mitte der Insel. Auch hier gibt es zahlreiche Gastronomie- und Shoppingangebote plus den typischen Bali-Verkehr.
Nusa Dua
2015 war ich schon einmal auf Bali, damals in Nusa Dua. Zu diesem Zeitpunkt war es eine eher ruhige Gegend mit wenigen, fußläufig am Strand zu erreichenden Restaurants. Im Ort befinden sich viele große Hotelanlagen und Resorts. Ausflüge in Richtung Norden dauern länger, dafür sind z. B. Uluwatu, Waterblow oder Garuda Wisnu Kencana (ein Park mit riesigen Statuen und balinesischen Tanzvorführungen) gut zu erreichen.
Es hat sich inzwischen auch in dieser Gegend sicher einiges verändert, denn es gibt laut Aussage unserer Fahrer kaum noch Ecken mit wenig Tourismus und Verkehr auf Bali.
Alternativen
Suchst du dennoch mehr Ruhe, solltest du dich eher im Norden oder auf den umliegenden Inseln umschauen. Die An- und Abreise ist dann natürlich länger.
Unsere Wohlfühloase: das ANVAYA Beach Resort & Spa in Kuta
Falls du wie wir ein Hotel im Süden suchst, kann ich dir das Anvaya Beach Resort & Spa zu 100% empfehlen. Es liegt direkt am Strand von Kuta, traumhafte Sonnenuntergänge inklusive. (Davon abgesehen sind die Strände auf Bali allgemein nicht besonders toll.) Was das Hotel aber ganz besonders macht, sind das moderne und luxuriöse Ambiente, das wirklich sehr gute Essen und das zuvorkommende Personal. Auch die Pools und das Spa sind sehr schön, es gibt außerdem einen Kidsclub und zwei Restaurants, eins davon mit allabendlichem Kulturprogramm.










Wir haben über das Portal Luxury Escapes ein super Angebot gefunden, das u. a. Frühstück und wahlweise Mittag- oder Abendessen, eine Stunde kostenfreie Cocktails pro Tag (auch alkoholfrei, plus Softdrinks und frische Säfte) und eine täglich aufgefüllte Minibar beinhaltete. Dazu konnte jeder von uns Erwachsenen eine 60-minütige Massage im Spa genießen und der Flughafentransfer war ebenfalls inklusive. Wir wohnten in einer super schönen Premier Suite und hatten dort zu dritt zwei Wochen lang bequem Platz, inklusive Weltreisegepäck. Abends erwartete uns oft zusätzlich ein Obstteller oder Kuchen als Überraschung auf dem Zimmer. Wir haben das Portal zufällig bei unserer Reiseplanung entdeckt und dann während unserer Weltreise häufiger genutzt. Dadurch erhältst du einen höheren Status im Treueprogramm und wirst mit weiteren Goodies belohnt (z. B. kostenfreie Lounge-Zugänge, eSims oder Flughafen-Transfers). Das ist übrigens gerade keine bezahlte Werbung, sondern einfach eine Empfehlung wegen eigener positiver Erfahrungen. 😉
Ausflugstipps (nicht nur) für Familien auf Bali
Unterwegs in Kuta
Wir mussten Kuta eigentlich gar nicht verlassen, um etwas zu erleben. Der Kuta Beach ist bekannt für wunderschöne Sonnenuntergänge, bei denen sich viele Menschen am Strand treffen und Getränke oder Snacks in entspannter Atmosphäre genießen. Während unserer Reise Anfang August konnten wir dort auch ständig Drachen am Himmel bestaunen, da das Bali Kite Festival im Juli / August in Sanur stattfindet. Die großen Drachen sieht man dann überall auf der Insel häufig am Himmel.
Auch viele Restaurants, Cafés und Malls gibt es entlang der Strandpromenade von Kuta. Für uns waren z. B. die Discovery Mall Bali und das Beachwalk Shopping Centre fußläufig zu erreichen. Wenn du zwischendurch entspannt bummeln möchtest, einen Indoor-Spielplatz suchst oder einen klimatisierten Unterschlupf brauchst, bist du in den Einkaufszentren richtig.
Für einen Familienurlaub auf Bali ist auch der Waterbom ein gutes Ausflugsziel, ein großer Wasserpark mit vielen Rutschen, Spielbereichen und Pools. Die Tickets sind beliebt und es gibt täglich nur wenige Restkarten an der Kasse, buche also besser online. Falls du wie wir zwischendurch immer mal eine Pause im Schatten brauchst, solltest du unbedingt direkt bei der Buchung einen Gazebo reservieren. Bei unserem Aufenthalt waren diese für die kompletten zwei Wochen bereits ausgebucht, weit im Voraus planen lohnt sich also.








Tanah Lot
Der vielleicht bekannteste Wassertempel Balis lag nur ca. 20 km von unserem Hotel entfernt und konnte bei einer der wenigen Halbtagestouren besucht werden. Perfekt für uns mit Kind dachten wir – dann dauerte die Fahrt aber fast 2 Stunden (one way). 🤣
Nach der langen Anreise waren wir aber positiv überrascht wie ruhig es am Tempel selbst zuging. Wir hatten gehört, dass es vor allem bei Sonnenuntergang sehr überlaufen sein soll, das war bei unserem Besuch nicht der Fall. Touristisch war es natürlich trotzdem – überall warteten Verkäuferinnen mit Spielsachen, Drachen usw., es gab viele Warungs vor dem Tempelbereich und einige Männer hatten sogar eine riesige Schlange zum Fotografieren dabei…
Tanah Lot selbst ist ein wirklich schöner Anblick. Du kannst den Tempel nicht betreten, bei Ebbe aber zum unteren Bereich laufen. Bei Flut wird Tanah Lot komplett vom Meer umschlossen. Ebenfalls wunderschön ist der benachbarte Batu Bolong Tempel, der auf einer Felsbrücke über dem Meer thront. Auf dem Weg zum Tanah Lot Tempel kommst du automatisch hier vorbei.







Bali Safari & Marine Park
Auf Wunsch unserer Tochter haben wir eine Tagestour zum Bali Safari Park gemacht. Der Marine Park liegt direkt nebenan, du brauchst aber zwei verschiedene Tickets.
– Was uns gut gefallen hat:
Sehr positiv ist mir die Organisation aufgefallen. Ich konnte direkt mit den Tickets einen kostenfreien Shuttle-Transfer buchen, der uns von einem Nachbarhotel zum Park und zurück brachte. Die Bestätigung und Rückfragen erfolgten schnell, zuverlässig und super freundlich über WhatsApp. Das Shuttle holte uns 8:30 Uhr ab, für die Rückfahrt gab es 14:00 Uhr oder 16:30 Uhr zur Auswahl. Wir entschieden uns für die frühere Abfahrt, da uns 4,5 Stunden genug Zeit für den Besuch schienen und wir dem Nachmittagsverkehr entgehen wollten. Allerdings konnten wir dadurch die sehr beliebte „Bali Agung“ Theatershow nicht sehen, da diese erst 15:00 Uhr beginnt. Das haben wir leider zu spät bemerkt. Auch für den (sehr überschaubaren) Funpark mit Wasserspielbereich etc. hatten wir keine Zeit mehr. Dieser war kein großes Highlight und man musste jede Attraktion zusätzlich bezahlen, aber unsere Tochter hätte den Badebereich trotzdem gern noch besucht. Falls du also alles sehen willst, wähle unbedingt die spätere Rückfahrt.
Ebenfalls positiv aufgefallen ist uns das schöne Ambiente des Parks. Überall erwartet dich balinesische Architektur: verzierte Gebäude, Wegweiser, Statuen oder Tempel. Ringsherum ist alles grün und es gibt viel Schatten.
Das Highlight für unsere Tochter war der Streichelzoo, denn dort konnte sie Kois, Meerschweinchen, Kaninchen, Rehe, Riesenschildkröten und Ziegen füttern. Gut fand ich, dass die Tiere, abgesehen von den Fischen 😄, Frischfutter erhielten statt der sonst üblichen Pellets.
– Was nicht ganz so toll war:
Die Tier-Präsentation war für Kinder nett gemacht, aber in meinen Augen wäre es nicht nötig gewesen die Tiere auf einer Bühne zu präsentieren. Die Elefanten- und Tiger-Kommentierung haben wir uns nicht angeschaut.
Mein Bauchschmerz-Moment bei solchen Parks ist immer die Tierhaltung. Auch hier habe ich an einigen Stellen hinterfragt, warum ich mich zum Ausflug bequatschen lassen habe. Bei der Safari fahren die nicht gerade leisen Busse z. B. im Minutentakt sehr nah an den Tieren vorbei. Es geht den Tieren im Safari Park insgesamt wahrscheinlich besser als in vielen anderen asiatischen Zoos oder Parks, aber die Lebensbedingungen in Gefangenschaft sind natürlich keine Erfüllung für sie. Ob du Zoos und Tierparks besuchen möchtest, entscheidest du am besten selbst. Ich finde nur, dass auch dieser Punkt erwähnt werden sollte.
Insgesamt hat uns der Park gut gefallen und wir können ihn für Familien mit Kindern empfehlen. Als Erwachsene hätten wir diesen Ausflug eher nicht gemacht. 😉









Affenwald Ubud
Auch das „Sacred Monkey Forest Sanctuary“ haben wir eher für unsere Tochter besucht als für uns selbst. Der bekannte Affenwald in Ubud ist stellenweise sehr voll, die ersten Affen wurden regelrecht von einer Menschenmenge umzingelt und es staute sich entsprechend. Danach konnten wir aber recht entspannt spazieren gehen und die grüne Natur sowie die alten Tempelanlagen bewundern. Die Atmosphäre war abgesehen von den vielen Touristen (zu denen wir ja auch gehörten 😅) wirklich schön.
Im Schutzgebiet leben über 1.260 Langschwanz-Makaken, die sich überall frei bewegen können. Für Besucher gibt es deshalb klare Regeln: kein direkter Blickkontakt zu den Tieren, nicht anfassen oder füttern, keine losen Gegenstände oder Snacks/Tüten mitbringen usw. So klappt das Zusammensein dann auch ganz gut. Wir haben allerdings beobachtet, dass eine Gruppe von Affen sich einen Desinfektionsgel-Anhänger geklaut hat und dass ein kleines Mädchen, welches entgegen aller Hinweise einen Affen streicheln wollte, gerade noch so mit einem Fauchen und Festhalte-Versuch davongekommen ist. An meinem langen Kleid wollte sich auch einer der tierischen Bewohner hochziehen, er ließ aber sofort los als ich ruhig und bestimmt weitergelaufen bin. Halte dich also wirklich an die Regeln und passe unbedingt gut auf deine Kinder auf! Dann sollte der Besuch hoffentlich ein schönes Erlebnis für alle werden.
Es gibt die Möglichkeit gegen Bezahlung Fotos mit den Tieren zu machen. Dabei wirst du von Tierpflegern angeleitet, die den Affen gleichzeitig mit Snacks beruhigen. Fand ich persönlich nicht notwendig oder toll für die Tiere, aber wer ein Foto ganz aus der Nähe möchte, sollte zumindest diese sichere Option wählen.








Tegallalang Reisterrassen
Die größten und berühmtesten Reisterrassen Balis liegen ebenfalls in Ubud. Bei unserem Besuch im August strahlten sie in einem satten Grün. Die Tegallalang Reisterrassen gehören aufgrund ihres besonderen Bewässerungssystems sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Leider ist auch dieses Gebiet inzwischen zu einem Entertainment-Hotspot geworden: unzählige Fotokulissen, riesige Schaukeln für die typischen Social Media Aufnahmen, Ziplines in allen Formen (von klassisch bis Fliegender Teppich oder Radfahren) und und und. Willst du die Natur genießen musst du auf jeden Fall ein Stückchen die steilen Wege entlang spazieren, um dich von der Masse zu entfernen. 😉 Bei unserer Tour war das zeitlich leider nicht möglich (auch weil die hohen Stufen für unsere vierjährige Tochter noch etwas schwierig zu meistern waren), deshalb war es eher ein Fotostopp.
Willst du die wahre Schönheit der Reisterrassen in Ruhe genießen, plane unbedingt etwas mehr Zeit ein.



Tegenungan Wasserfall
Nach dem kurzen Zwischenstopp an den Reisterrassen fuhren wir weiter zum Tegenungan Wasserfall. Vom Parkplatz aus kommst du an einigen Verkaufsständen vorbei bevor du die erste Aussichtsplattform erreichst. Der Wasserfall sieht wirklich schön aus und du hast ihn auf dem Weg nach unten immer im Blick. Unterwegs gibt es wieder zahlreiche Fotospots. Unten angekommen kannst du bei guten Bedingungen sogar im Wasserbecken schwimmen bevor du die ca. 160 Treppenstufen zurück nach oben stapfst. Alternativ gibt es unten einen Dayclub (OMMA) mit Restaurant und Infinity-Pool inklusive Blick auf den Wasserfall. Wenn du wie wir in anderen Ländern schon Wasserfälle in ruhiger Natur erwandert hast, wirst du den Tourismus-Einfluss hier ganz besonders deutlich spüren, ein schöner Anblick ist Tegenungan trotzdem.




Kaffee- und Teeverkostung
Dieser Ausflug gehört fast schon zum Pflichtprogramm für Bali-Urlauber. Gefühlt hat jeder, der auf der Insel war, irgendwann einmal an einer der Kaffee- und Teeverkostungen teilgenommen.
Serviert werden ca. 10 bis 15 lokale Kaffee- und Teesorten, die du probieren kannst. Viele davon sind wirklich lecker, wenn auch sehr süß. Das Ganze ist absolut auf Touristen ausgerichtet und es herrscht ein hoher Durchlauf, aber die Verkostung ist trotzdem interessant.
Zusätzlich kannst du den teuersten Kaffee der Welt, den Luwak Coffee, bestellen. Die Luwaks fressen die besten Kaffeekirschen und scheiden diese anschließend wieder aus. Die „Poop-Hunter“ sammeln die Häufchen dann, reinigen und schälen die Kaffeebohnen und mahlen daraus den Kaffee. Wir waren bei einem Anbieter, der die Bohnen in freier Wildbahn sammelt (so zumindest die Aussage), aber leider wurden trotzdem zwei der Tiere trostlos in einem Käfig gehalten. Ich hoffe zukünftig wird darauf verzichtet, es ist für das Erlebnis überhaupt nicht notwendig.
Am Ende kannst du im Shop alle Sorten kaufen, allerdings zu hohen Preisen. Wir haben die gleichen Produkte auch überall im Supermarkt gesehen. Fühle dich also nicht gezwungen vor Ort etwas mitzunehmen, es wird nicht die letzte Chance sein die Produkte zu kaufen.



Wildwasser-Rafting
Diese Tour habe ich 2015 gemacht, nicht im Familienurlaub mit meiner kleinen Tochter. Es gibt sie allerdings immer noch, deshalb möchte ich das Erlebnis kurz erwähnen.
Sind deine Kinder schon älter und ihr wollt ein actionreiches Abenteuer erleben, ist eine Rafting-Tour vielleicht das Richtige. Wir erhielten die Ausrüstung inklusive Helmen und Schwimmwesten vor Ort, du sollest aber unbedingt kurze, bequeme Kleidung (wird nass) und Wasserschuhe dabei haben. Ich bin damals im jugendlichen Übermut in Bikini und Flipflops die vielen steilen Stufen hinunter und während der Fahrt aufgrund eines niedrigen Wasserstands auch noch über Felsen geklettert. Das würde ich auf keinen Fall empfehlen. 😅
Die Fahrt selbst hat aber richtig viel Spaß gemacht. Eure Familie wird in Sachen Teamwork auf die Probe gestellt und ihr werdet euch bestimmt noch lange an das Abenteuer erinnern. Der Guide sitzt hinten im Floß und gibt die ganze Zeit gut verständliche Anweisungen wie und wann man (nicht) paddeln sollte.
Mount Batur, Hochland & Batur See
Rund um den Mount Batur gibt es einige schöne Ausflugsziele, bei denen du teilweise etwas mehr Ruhe genießen kannst.
Am bekanntesten ist wahrscheinlich der Aufstieg zum Sonnenaufgang, da diese Tour auch schon lange angeboten wird. Du startest mitten in der Nacht, um noch in der Dunkelheit den Batur hinaufzuwandern und dann rechtzeitig für den Sonnenaufgang am Gipfel anzukommen. Willst du die komplette Strecke zu Fuß gehen, dauert das etwa 2 Stunden. Alternativ gibt es Jeep-Touren, die dich zumindest einen Teil des Weges hinaufbringen. Das klingt jetzt erstmal nach Abenteuer und einmaligem Erlebnis – ist es auch – aber vergiss nicht, dass auch hier die Touristenmassen täglich anreisen. Allein und in absoluter Ruhe wirst du das Naturschauspiel deshalb nicht genießen.
Den Aufstieg habe ich als überzeugte Langschläferin bisher nicht geschafft, aber der Mount Batur bietet auch von unten einen tollen Anblick. Bei vielen Touren in Richtung Norden wird ein Zwischenstopp mit Aussicht auf den Vulkan und den Batur See plus Mittagessen eingeplant, so habe ich die Gegend damals zumindest sehr entspannt erkundet. 😄
In Kintamani kannst du außerdem heiße Quellen direkt am Seeufer besuchen und dich nach dem Aufstieg (oder einfach so) erholen. Suche dir einfach aus den zahlreichen Tourangeboten das Richtige für dich aus, die Gegend ist so oder so einen Besuch wert.
3 zusätzliche Tipps für einen entspannten Familienurlaub auf Bali
1. Bali Belly
Das Wichtigste zuerst: Gerade bei einem Familienurlaub auf Bali musst du wirklich aufpassen, was und wo du isst und trinkst. Der berühmt berüchtigte Bali Belly hat schon vielen Urlaubern Arztbesuche oder zumindest Stunden auf der Toilette beschert. Um den Magen-Darm-Erkrankungen aus dem Weg zu gehen, solltest du auf ein paar Punkte achten, zum Beispiel:
– (Über)Vorbildliche Hygiene
Wasche die Hände lieber einmal zu viel, vor allem bei Kindern. Achte in Restaurants usw. auch auf die Sauberkeit vom Geschirr. Auf öffentlichen Toiletten gibt es oft Desinfektionsmittel in der Kabine, das kann auch nicht schaden.
– Leitungswasser & Getränke
Das Leitungswasser auf Bali ist für uns nicht trinkbar. Benutze zum Zähneputzen usw. unbedingt Flaschenwasser. Auch die Kaffeemaschine auf dem Zimmer haben wir nur mit diesem Wasser benutzt, da es dort nur erhitzt wird. Bei Getränken immer darauf achten, dass Eiswürfel industriell hergestellt sind (mit dem typischen Loch in der Mitte) und dass Wasserflaschen original verschlossen sind. Natürlich spielt das Thema Wasser auch beim Essen eine Rolle…
– Essen & Restaurants
Verzichte auf Lebensmittel, die roh bzw. mit Wasser gereinigt sind, Speisen aus den Warungs (außer du hast einen starken Magen und bist abenteuerlustig) und alles, was schon länger herumstand, nicht gut gekühlt ist oder einen verdächtigen Anschein hat. 😉 Auch bei Eis gilt Vorsicht, weil die Kühlketten in Indonesien nicht immer vorschriftsmäßig eingehalten werden. Wir haben im Hotel aufgeschnittenes Obst und Gemüse vom Buffet erst einmal selbst probiert bevor unsere Tochter es zwei Tage später essen durfte. Auch bei scharfen Speisen solltest du dich langsam herantasten falls du es nicht gewöhnt bist. Scharf in Asien ist nicht gleich scharf in Deutschland. 😅 Es gibt auf Bali unzählige süße Cafés und schöne Restaurants, aber schau lieber etwas genauer hin: ein Blick in die Küche oder um die Hausecke verrät manchmal schon einiges.
– Notfall-Apotheke nicht vergessen
Falls es dich doch erwischt heißt es erstmal Ausruhen, viel (Flaschenwasser) trinken, evtl. Medikamente oder Elektrolytlösungen besorgen (besser schon im Reisegepäck haben) oder einen Arzt aufsuchen. Gerade bei kleinen Kindern kann der Bali Belly schnell gefährlich werden, also lieber auf Nummer sicher gehen und einen Arzt konsultieren damit keine Dehydrierung oder sonstiges dazukommt. Vor dem Urlaub solltest du auf jeden Fall eine gute Reiseapotheke zusammenstellen und (wie immer außerhalb Europas) eine gute Auslandskrankenversicherung abschließen.
2. Cash und Kreditkarte
Auf Bali macht es durchaus Sinn neben deiner Kreditkarte auch etwas Bargeld dabei zu haben. Das brauchst du nämlich häufiger, z. B. als Trinkgeld für Fahrer oder Guides und wenn du an den vielen Ständen oder bei Händlern auf der Straße etwas kaufen willst. Die meisten Geschäfte (auch Warungs) akzeptieren inzwischen zwar Kreditkarten, aber häufig gibt es einen Mindestbetrag und für Kleinigkeiten ist Bargeld dann unkomplizierter.
Falls du übrigens mal kein Geld aus dem ATM bekommst, musst du dir nicht direkt Sorgen um dein Konto machen. Auf Bali kommt es durchaus mal vor, dass einfach kein Bargeld mehr im Automaten ist. Einfach an einem anderen Geldautomaten oder am nächsten Tag nochmal versuchen.
3. Verkehr, Fahrdienste und Scooter
Wie schon erwähnt ist der Verkehr auf Bali wild, anders kann man es nicht formulieren. 😅 Die recht kleinen Straßen auf der dicht bebauten Insel reichen hinten und vorn nicht für die vielen Fahrzeuge. Die Folge: endlose Staus und stockender Verkehr, vor allem in den beliebten Urlaubsregionen im Süden und rund um Ubud. Der Fahrstil ist typisch für Südostasien, alle quer durcheinander aber trotzdem irgendwie geregelt, nur dass man als Außenstehender nicht immer ganz versteht nach welchen Regeln es hier voran geht. Außerdem herrscht auf Bali Linksverkehr.
– Roadtrip auf Bali? Lieber nicht
Aus diesen Gründen würde ich keinen eigenen Mietwagen für den Familienurlaub auf Bali buchen, obwohl wir ja wirklich viel Erfahrung mit dem Fahren im Ausland, Linksverkehr und Mietwägen haben. Planst du nur im ruhigeren Norden der Insel unterwegs zu sein, kannst du vielleicht darüber nachdenken, aber in den dicht befahrenen Gegenden wäre das Fahren einfach nur anstrengend.
Meine Empfehlung: Es gibt viele private Fahrer auf der Insel, die dich problemlos von A nach B bringen und wir haben mit den Fahrdiensten auf Bali nur gute Erfahrungen gemacht. Kontra: Wenn wir Urlauber alle eine private Tour bzw. persönliche Fahrer buchen, verstopfen wir am Ende leider noch mehr die Straßen – logisch. Eine wirkliche Alternative gibt es nur leider nicht: öffentliche Verkehrsmittel Fehlanzeige, wenn es einen Bus gibt, brauchst du damit ewig und Laufen ist leider auch nicht immer möglich.
Wer kann sollte darüber nachdenken auf einen Roller zu steigen bzw. einen Scooter-Fahrer zu bestellen, denn damit kommt man etwas schneller voran. Die Fahrt ist allerdings auch abenteuerlich und durch den dichten Verkehr bekommt man statt frischem Fahrtwind einige Abgase ab. Mit Kind war das für mich überhaupt keine Option – obwohl die balinesischen Familien teilweise zu viert mit Baby auf dem Arm an uns vorbei düsten.
– Sicher unterwegs mit Kindern
Auch ohne auf zwei Rädern unterwegs zu sein, machten wir in Sachen Verkehrssicherheit schon einige Abstriche mit unserer Tochter.
Es gibt zum Beispiel so gut wie nie Kindersitze, da diese auf Bali nicht gesetzlich vorgeschrieben sind. Hast du sehr kleine Kinder dabei, würde ich darüber nachdenken eine Babyschale / Kindersitz mitzubringen, die meisten Airlines befördern problemlos zwei Sperrgepäckstücke pro Baby. Für größere Kinder könntest du auch eine Sitzerhöhung mitnehmen. Alternativ kannst du bei den Fahrdiensten anfragen, ob ein Kindersitz dazu gebucht werden kann (ist nicht immer möglich) oder nachschauen, ob es in der Nähe einen Verleih gibt.
Die Anschnallpflicht wird zumindest auf dem Rücksitz auch eher locker gehandhabt und bei einem der Fahrzeuge funktionierten die Gurte der hintersten Sitzreihe gar nicht. Wie du mit solchen Situationen umgehst und welche Ausstattung du mitnimmst, entscheidest du natürlich selbst. Ich möchte an dieser Stelle nur darauf hinweisen, da es bei Reisen mit Kindern durchaus ein wichtiger Punkt ist.

Fazit zu unserem Familienurlaub auf Bali
An Bali mussten wir uns erst einmal gewöhnen: an vielen Orten war es laut, voll und dreckig, andere wirkten wie eine Ruhe-Oase mitten im Chaos.
Was Bali bietet: wunderschöne, reich verzierte Tempel, luxuriöse Unterkünfte und sehr guten Service, tolle Restaurants und Cafés mit günstigen Preisen und schöne Landschaften von grünen Reisfeldern über tropischen Dschungel bis zum kühlen Hochland rund um den Vulkan Batur.
Wonach du hier eher nicht suchen solltest: Traumstrände, Roadtrips, einsame Spots, die du ganz für dich allein hast oder unberührte Natur.
Bali ist schon lange kein Geheimtipp mehr, inzwischen sogar eher überlaufen von den vielen Touristen. Trotzdem hat die Insel ihren ganz besonderen Charme und ist eine Reise wert. Gerade für Familien sind touristisch erschlossene Gebiete oft reizvoller, denn hochwertige Unterkünfte, Restaurants und vielfältige Freizeitmöglichkeiten sind mit Kindern oft wichtiger als Abenteuer und Ruhe. Falls du sowieso in Richtung Südostasien oder Australien fliegen möchtest, besuche Bali doch wie wir als Zwischenstopp und mach dir selbst ein Bild.
Wir haben uns jedenfalls sehr wohlgefühlt und die zwei Wochen Familienurlaub auf Bali ganz entspannt genossen. Dass wir weniger Ausflüge als normalerweise machten (zu viel Verkehr und kein eigener Mietwagen) und mehr Zeit im Hotel verbrachten, war dank unserer schönen Unterkunft gar kein Problem. So wurde der Bali-Urlaub für uns zu einer erholsamen Auszeit während unserer Weltreise.
