Nordaustralien-Roadtrip: Top End mit Darwin, Litchfield & Kakadu Nationalpark

Nach unserem Outback-Roadtrip im Zentrum Australiens ging es für uns weiter ans tropische Top End des Northern Territory. Dort erwarteten uns u. a. riesige Krokodile, jahrtausende alte Felsmalereien und filmreife Badestellen unter Wasserfällen. Wir waren zwei Wochen im nördlichen Northern Territory unterwegs, da wir mit unserer zu diesem Zeitpunkt vierjährigen Tochter auf Weltreise regelmäßig längere Auszeiten einplanen. Du kannst den Nordaustralien-Roadtrip allerdings auch bequem in einer Woche schaffen, je nachdem wie viel Zeit du in den Nationalparks verbringen möchtest.

Kurzinfo zum Nordaustralien-Roadtrip

Strecke insgesamt: ca. 650 km

Dauer: 7-14 Tage

Unterkünfte:

Airbnb „The Parap Markets Stay“. Unsere Lieblingsunterkunft in Darwin, in der wir gerne noch länger geblieben wären. Toll geschnittene Wohnung mit je zwei Schlaf- und Badezimmern und gemütlichem Balkon im schönen Stadtteil Parap. Das Zentrum von Darwin und alle wichtigen Punkte (Einkaufsmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten, Spielplätze etc.) sind schnell zu erreichen. Samstags findet der berühmte Parap Village Market nur zwei Straßen weiter statt (5 Minuten Fußweg).

Novotel Darwin Airport. Zimmer für ein oder zwei Nächte vor/nach dem Flug in Ordnung, nichts besonderes und schon etwas älter. Der Außenbereich ist dafür top: riesiger Pool mit tollem Wasserspielbereich für Kinder und ein neuer, schöner Spielplatz, Frühstück war ebenfalls gut.

Townhouse Casuarina (Darwin). Schönes Ferienhaus mit großem Pool. Mit dem Auto sind Flughafen, Einkaufsmöglichkeiten und das Stadtzentrum von Darwin inklusive aller umliegenden Sehenswürdigkeiten schnell erreichbar. Unter der Woche gab es vormittags immer ca. eine Stunde lang viel Fluglärm, sonst ist das Haus ruhig gelegen.

Mercure Kakadu Crocodile Hotel. Eine der wenigen Unterkünfte direkt im Kakadu Nationalpark und dank seiner Krokodilform eine Ikone (sieht man am besten bei einem Rundflug). Zimmer, Service und Restaurant gut, einen Außenpool mit kleinem Babybereich gibt es auch. Lediglich das W-LAN funktionierte nicht immer, das ist aber der Lage geschuldet und mitten im Nationalpark zu erwarten. Extra Lob an das Housekeeping: ich hatte mein Ladegerät ziemlich gut versteckt hinter dem Nachttisch vergessen und es wurde gefunden.

Litchfield Outback Resort. Überraschend gute und moderne Zimmer. Lage in Batchelor ist perfekt für Ausflüge in den Litchfield Nationalpark und gleichzeitig nur ca. eine Stunde von Darwin entfernt. Es gibt einen Pool, eine Tankstelle mit Shop und Restaurant/Bar.

1. Start & Ziel des Nordaustralien-Roadtrips: Darwin

Von Darwin hatte ich vor unserer Ankunft so gar kein Bild im Kopf und dementsprechend auch keine großen Erwartungen. Umso positiver hat mich die Stadt überrascht. Tropisches Grün in Gärten und Parks trägt ja immer zum Wohlfühlfaktor bei, dazu gibt es aber auch überall (wirklich schöne, zum Teil riesige) Street Art an Hauswänden, Wassertürmen usw., viele Spielplätze, tolle Märkte und – endlich wieder – Sonnenuntergänge über dem Meer. Insgesamt haben wir eine Woche hier verbracht, aufgeteilt auf 4 Tage zu Beginn unseres Nordaustralien-Roadtrips und 3 Tage am Ende. Wir haben uns in Darwin sehr wohlgefühlt und hätten sogar noch etwas länger bleiben können.

Unsere 5 Lieblingsorte in Darwin (keine Geheimtipps, aber toll für Familien)

1. Das Zentrum rund um West Lane und Cavenagh Street (Streetart)

Jedes Jahr findet in Darwin das Street Art Festival statt. Wir waren Ende Juli hier, das Event (Mai/Juni) war da leider schon vorbei. Was bleibt sind aber die tollen Kunstwerke, die du dir völlig kostenfrei und im eigenen Tempo bei einem Spaziergang durch die Innenstadt anschauen kannst. Gerade mit Kindern ist es eine super Gelegenheit entspannt durch die Stadt zu bummeln und dabei immer wieder neue Überraschungen zu entdecken. Unsere Tochter war lange mit dem Fotografieren beschäftigt. Die besten Kunstwerke haben wir auf der Austin Lane entdeckt.

Auf der Webseite des Street Art Festivals findest du alle Informationen zur Veranstaltung und eine Karte mit den aktuellen Kunstwerken. So weißt du direkt was dich wo erwartet oder zumindest welche Straßen besonders interessant sind.

2. Der Botanischen Garten

Ein weiteres schönes Ausflugsziel für Familien ist der Botanische Garten. In Darwin gibt es dort neben Pflanzen u. a. auch einen schönen Spielplatz mit Baumhaus zum Klettern und ein tolles Café. Der Dino Trail war allerdings nur von vier Dinosaurier-Figuren bewohnt und hat unsere Tochter ein bisschen enttäuscht. Für kleinere Kinder kann es aber eine tolle Überraschung sein, du solltest es nur nicht wie wir vorher groß ankündigen. 😄

3. Die Märkte (zum Beispiel in Mindil Beach)

Eines der bekanntesten Events von Darwin ist wahrscheinlich der Mindil Beach Nightmarket, der jeden Donnerstag und Sonntag ab 16 Uhr stattfindet.

Überhaupt gibt es in Darwin viele tolle Märkte: auch ein Besuch des Parap Village Markets (samstags 8 bis 14 Uhr), des Nightcliff Markets (sonntags zur gleichen Uhrzeit) oder des Rapid Creek Markets (an Wochenenden von 7 bis 14 Uhr) lohnt sich.

Aber zurück zum Markt in Mindil Beach: Nachmittags fand ich es wunderbar, da man gut an den Ständen stehenbleiben und die Promenade entlang bummeln konnte. Am Abend nachdem gefühlt alle Menschen aus Darwin den Sonnenuntergang gemeinsam am Strand bewundert hatten (ein einmaliges Erlebnis inklusive Applaus am Ende), war es dann allerdings super voll und man schob sich so durch die Massen. Falls du wie ich eher empfindlich auf Menschenmengen und Gedränge reagierst, schaue unbedingt nachmittags vorbei und genieße die ruhigere Atmosphäre. Beim zweiten Mal haben wir den Sonnenuntergang dann nicht wieder am Strand angeschaut sondern in dieser Zeit ganz entspannt die Stände besucht.

Neben vielen Snack- und Getränkeständen gab es auf dem Mindil Beach Markt lokale Kunst, Kleidung, Accessoires und vieles mehr zu kaufen. Toll war auch die Live-Musik auf der Bühne direkt hinter dem kleinen Spielplatz. Uns hat der Markt so gut gefallen, dass wir gleich zweimal da waren.

4. Die Darwin Waterfront

Super fanden wir außerdem die Waterfront von Darwin. Dort gibt es einen kleinen Spielplatz (Favorit unserer vierjährigen Tochter), eine Lagune mit Wellenbad (Darwin Wave Lagoon) und einen Aqua Park (Luftkissen-Park auf dem Wasser). Du kannst auch entspannt am öffentlichen Strand liegen und gefahrlos im Meer baden, was im Norden von Australien dank der lokalen Tierwelt ja nicht selbstverständlich ist. 😅 Ringsherum befinden sich kleine Shops und Restaurants.

Wir haben einen lustigen Nachmittag in der Wave Lagoon verbracht. Das Wellenbad geht etwa alle 15 Minuten los und es gibt am Pool große Schwimmreifen, mit denen du über die Wellen schippern kannst. Bei unserem Besuch an einem Mittwoch waren genug Reifen da, am Wochenende soll es manchmal knapp werden. Dann würde ich zumindest für Kinder einen Plan B mitbringen. Die Wave Lagoon ist nicht groß, es gibt nur ein Becken, einige Liegen bzw. kleine Grünstreifen und ein Café. Du bekommst beim Einlass ein Bändchen, mit dem du das Bad verlassen und am gleichen Tag jederzeit erneut betreten kannst.

5. Avas Favorit: „Skalliwagz“ Indoor-Spielplatz im Gateway Shopping Centre (Palmerston)

Wenn es um familienfreundliche Tipps gehen soll, darf natürlich auch unsere Tochter zu Wort kommen. Mit vier Jahren gab es nichts, was sie mehr begeisterte als Spielplätze. Besonders gern mochte sie den kleinen Indoor-Spielplatz im Foodcourt des Gateway Shopping Centers. Dort gibt es einen Bereich für 0-3 jährige und einen größeren, klassischen Indoor-Spielbereich für die älteren Kinder (Kletterwand, Bällekanonen, Rutschen, mehrere Etagen zum Klettern, Toben usw.).

Drei Dinge sind uns als Eltern positiv aufgefallen: 1. der Eintritt war erschwinglich, vor allem dank vergünstigter Preise an Schultagen ab 14:30 Uhr oder Specials wie dem Toddler Tuesday (50% Rabatt den ganzen Tag); 2. der Spielplatz war top gepflegt und es wurde auch während der Öffnungszeit immer wieder aufgeräumt; 3. es gibt spezielle Angebote und Räume für neurodivergente Kinder. Auf jeden Fall eine gute Alternative für sehr heiße oder regnerische Tage.

Krokodil-Tour auf dem Adelaide River

Auf dem Weg in den Kakadu National Park machten wir einen Zwischenstopp am Adelaide River. Dort trafen wir auf die bekanntesten Bewohner des Northern Territory: Salzwasserkrokodile.

Eine Bootsfahrt, bei der du die Salties in Flüssen oder Billabongs beobachten kannst, ist ein Klassiker unter den Ausflügen im Top End. Wir haben uns für die einstündigeSpectacular Jumping Crocodiles Cruise entschieden.

Das Boot fährt erst einmal einige hundert Meter den Fluss entlang, um die Krokodile nicht näher an die Anlegestelle zu locken als sie es ohnehin sind. Danach sahen wir alle paar Minuten ein Krokodil am Ufer liegen oder im Fluss schwimmen. Da die Tiere nachtaktiv sind, ruhen sie sich tagsüber meist aus und sind weniger aktiv. Dass mit den Booten ein kleiner Snack zu ihnen unterwegs ist, wissen sie aber natürlich und kommen deshalb angeschwommen (wenn sie Lust haben, alle anderen wurden in Ruhe gelassen). Während ein Mitarbeiter ein kleines Stück Fleisch an einer Art Angel über das Wasser hielt, konnten wir dann den „Sprung“ beobachten. Eigentlich schwimmen die Krokodile dabei aber senkrecht im Wasser nach oben.

Der zweite Mitarbeiter steuerte das Boot und erzählte wirklich viel zu den Tieren. Wir lernten dabei unter anderem, dass Salzwasserkrokodile ihren Namen der ersten Sichtung im Salzwasser zu verdanken haben, aber eigentlich jede Art von Gewässer bewohnen, dass sie länger als ein Jahr ohne Nahrung überleben oder dass sie Wasser kilometerweit riechen können.

Es war übrigens egal, wo im Boot man sitzt. Die Krokodile zeigten sich auf jeder Seite und sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe hatte man alles gut im Blick. Mit unserer kleinen Tochter waren wir trotzdem froh hinten zu sitzen, da es dort schattig war und ganz vorn natürlich keine Arme oder Beine über die Reling gestreckt werden dürfen. 😄

Nach der Tour gab es für uns noch ein Eis im Café und dann fuhren wir weiter zu unserem Tagesziel Jabiru.

2. Kakadu National Park

Wir waren für drei Tage im Kakadu National Park und haben in Jabiru übernachtet. Die Zeit war für uns als Familie perfekt, um viel zu sehen und gleichzeitig Entspannungspausen einzubauen.

Tag 1: Bowali Visitor Centre, Ubirr Rock Art & Cahills Crossing

Bowali Visitor Centre

Am ersten Tag haben wir uns zunächst auf den Weg zum Bowali Visitor Center gemacht, um den Nationalparkpass zu kaufen (auch online möglich). Wir haben für zwei Erwachsene 50 AUD bezahlt, Kinder unter 5 sind kostenfrei, von 5 bis 15 Jahren gilt ein ermäßigter Kinderpreis. Die Pässe sind 7 Tage lang gültig. Da es im Visitor Center abgesehen von einer kleinen Ausstellung nicht viel zu sehen gab, sind wir dann auch direkt weitergefahren.

Ubirr Rock

Unser nächstes Ziel und somit die erste Wanderung waren die Felsmalereien von Ubirr im nördlicheren Teil des Nationalparks. Dabei haben wir direkt den ersten Fehler gemacht: wir waren zur Mittagszeit vor Ort. Es war wunderbar leer, aber auch sehr heiß. Ich muss dazu sagen, dass wir Ende Juli im Kakadu Nationalpark waren, also in der kühlsten Jahreszeit. Trotzdem herrschten zwischen 30 und 35C, für uns kein angenehmes Wanderwetter. Mit viel Wasser, Sonnenschutz und dank der Felsen schattigen Zwischenstopps war es machbar, aber unsere Tochter hatte so gar keine Lust. Das Klettern über ein paar Felsen, um die Felsmalereien aus der Nähe zu sehen, hat die Stimmung kurzzeitig gerettet, aber grundsätzlich haben wir uns von einem Meltdown zum nächsten gekämpft und sind dann ziemlich schnell wieder zum Auto gelaufen. So haben wir leider auch den Nadab Lookout verpasst, der vor allem bei Sonnenuntergang sehr beliebt (aber auch gut besucht) sein soll.

Nach diesem durchwachsenen „Familien-Spaß-Ausflug“ brauchten wir alle erstmal eine Pause. Im Ubirr Border Store gönnten wir uns deshalb Eis und Kaffee. Du kannst im Shop übrigens auch lokale Kunst kaufen.

Cahills Crossing

Nachdem die Stimmung wieder etwas besser war, ging es weiter zur Cahills Crossing, dem perfekten Ort, um Krokodile zu beobachten. Es gibt zwei Aussichtsplattformen, von denen du auf den East Alligator River schauen kannst ohne dich in Gefahr zu begeben. Wir waren gegen 15 Uhr vor Ort, etwa eine Stunde bevor das Wasser den Höchsstand erreicht hat (die Zeiten für Ebbe und Flut erfährst du u. a. im Bowali Visitor Center). Zu dieser Zeit ist die Chance Krokodile bei der Jagd zu sehen am höchsten. Wir haben dann auch tatsächlich zwei Salzwasserkrokodile direkt unter uns im Fluss entdeckt.

Tag 2: Warradjan Aboriginal Cultural Centre, Burrungkuy & Anbangbang Rock Art

Warradjan Aboriginal Cultural Centre

Den zweiten Tag haben wir besser geplant. Da wir keine Frühaufsteher sind, haben wir erst einmal ganz entspannt gefrühstückt und uns etwas später auf den Weg gemacht. Während der Mittagshitze waren wir im Warradjan Aboriginal Cultural Centre. Dort gibt es viele Informationen und Ausstellungsstücke zum Leben der Aborigines (Fotografieren ist nicht erlaubt). Du kannst eine ganze Weile damit verbringen die Informationstafeln zu lesen, mit Kind war die Zeit dafür leider etwas begrenzt. Dank des Kinderbuchs „Walking in Gagudju Country“, das in unserem Hotelzimmer auslag, konnte ich unserer Tochter aber viele der in der Geschichte beschriebenen Dinge zeigen und das Ganze etwas interessanter für sie gestalten.

Der Shop war dann wiederum etwas für die ganze Familie. Es gibt alle möglichen Souvenirs, Kunst, Bücher, Schmuck uvm. zu kaufen.

Burrungkuy & Anbangbang

Am Nachmittag haben wir uns dann auf den Weg nach Burrungkuy gemacht, wo es ebenfalls viele Felsmalereien zu sehen gibt. Die Wanderung war wunderschön und abwechslungsreich. Wir waren insgesamt (inklusive beider Aussichtspunkte) ca. 2 Stunden auf dem etwa 1,5 km langen Rundweg unterwegs, aber es war nie eintönig oder langweilig. Selbst unsere Tochter ist die komplette Strecke fröhlich mitgelaufen.

Die Malereien waren hier noch beeindruckender und besser erkennbar als am Ubirr Rock. Wenn ich nur ein Ausflugsziel im Kakadu Nationalpark empfehlen müsste, dann wäre es definitiv diese Wanderung.

Tag 3: Rundflug & Entspannung am Pool

Am letzten Tag erwartete uns noch ein richtiges Highlight: wir haben einen einstündigen Rundflug über den Nationalpark mit Kakadu Air gebucht. Wir hatten sogar das Glück mit den beiden Piloten allein unterwegs zu sein, ein Privatflug nur für unsere Familie sozusagen.

Die Flugroute (Dry Season)

Direkt nach dem Start sahen wir die Ranger Uran Mine von oben, dann ging es über das Dinosaur Valley hinweg in die Bergwelt des Nationalparks. Vorbei am Ubirr Rock und der Cahill Crossing flogen wir weiter über den East Alligator River, in dem wir sogar Krokodile aus der Luft entdeckten. Danach ging es über die Magela Floodplains, wo die Natur plötzlich unfassbar grün wurde und viele Vögel und Büffel zu sehen waren. Kurz vor der Landung sahen wir noch Jabiru und unser Hotel in der berühmten Krokodilform von oben.

In der Wet Season wird die Route wetterbedingt angepasst und verläuft etwas südlicher. Dann siehst du z. B. die beeindruckenden Wasserfälle von oben. Genauere Informationen findest du auf der Webseite von Kakadu Air (oben im Text verlinkt).

Unser Fazit

Der Rundflug war wunderschön und hat uns ganz neue Perspektiven eröffnet. Von oben ist der Kakadu Nationalpark nochmal um einiges schöner und man erkennt wie abwechslungsreich die Landschaft hier ist. Auch die Kommentare vom Piloten waren super interessant und er hat wirklich viel zu den verschiedenen Landschaften, der Kultur und der lokalen Tier- und Pflanzenwelt erklärt. Für unsere Tochter gab es sogar ein extra Kinder-Headset, das haben wir bisher bei keinem anderen Rundflug erlebt. Es war allerdings auch ziemlich wackelig. Die kleine Cessna wurde ab und an ganz schön herumgewirbelt, du solltest also besser nicht unter Flugangst oder einem empfindlichen Magen leiden. 😉 Für alle anderen ist ein solcher Rundflug zu 100 % zu empfehlen!

Den Nachmittag haben wir dann ganz entspannt am Pool verbracht bevor es zum Abendessen ins Hotel-Restaurant ging. Am nächsten Morgen hieß es nämlich Abschied nehmen, denn unser Nordaustralien-Roadtrip ging weiter.

3. Litchfield National Park

Der Litchfield Nationalpark liegt nur ca. eine Stunde von Darwin entfernt und eignet sich deshalb theoretisch sogar für Tagesausflüge. Wir wollten die Gegend allerdings etwas ausgiebiger und vor allem entspannter erkunden und haben deshalb drei Nächte in Batchelor verbracht. Vorteil dabei ist, dass du morgens bzw. abends vor oder nach den meisten Besuchern an den beliebtesten Orten sein und dich in der Mittagshitze im Hotel abkühlen kannst.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich Litchfield und Kakadu Nationalpark nicht so stark voneinander, außer dass uns der Litchfield Park etwas grüner vorkam. Während in Kakadu aber vor allem die kulturelle Bedeutung und die vielen Felsmalereien im Vordergrund stehen, gibt es in Litchfield viele Wasserfälle und Bademöglichkeiten. Mit 10 AUD pro Tag Eintrittsgebühr (Rabatte für längere Aufenthalte) ist der Litchfield National Park außerdem günstiger.

Tag 1: Wangi Falls & Tolmer Falls

Wangi Falls

Unser erstes Ausflugsziel war eines der beliebtesten im Park: die Wangi Falls. Ich habe mir in der Dry Season nicht viel von den Wasserfällen erhofft, aber war total überrascht wie beeindruckend der Anblick trotzdem war. Das Wasser war ziemlich kalt, aber bei der Hitze auf jeden Fall erfrischend und wann kann man schon direkt unter zwei Wasserfällen schwimmen?

Die meisten Besucher hatten Poolnudeln dabei, um sich entspannt im tiefen Wasser treiben zu lassen. Diese kannst du im Shop neben dem Café sogar für ca. 10 AUD kaufen (und wenn du magst am Ende zurückgeben, um 5 AUD zurückzubekommen). Das Café war bei unserem Besuch an einem Sonntag bis 16 Uhr geöffnet. Laut anderen Erfahrungsberichten sind Café und Shop jedoch nicht immer offen, du solltest also deinen Grundbedarf selbst dabei haben.

Eigentlich wollten wir auch den Loop Walk gehen, aber leider war er geschlossen. Der etwa 1,5 km lange Weg führt zum Teil über Treppen und steile Abschnitte nach oben durch den Wald und du hast einen guten Blick auf die Wangi Creek. Die Wasserfälle siehst du von oben allerdings nicht.

Tolmer Falls

Anders als die Wangi Falls sind die Tolmer Falls nicht zum Schwimmen geeignet, bieten aber zwei schöne Aussichtsplattformen. Am ersten Aussichtspunkt eröffnet sich ein weiter Blick über die grüne Landschaft des Nationalparks, am zweiten Punkt kannst du den Wasserfall sehen.

Wir haben hier nur einen kurzen Zwischenstopp gemacht, denn die Mittagshitze um 14 Uhr war uns zu viel. Es gibt aber auch einen ca. 1,5 km langen Loop Walk. Falls du also bei angenehmeren Temperaturen hier bist, kannst du zusätzlich etwa eine dreiviertel Stunde lang um die Tolmer Creek spazieren gehen.

Tag 2: Termiten Hügel & Florence Falls

Nach einer Woche Nationalpark-Programm mit vielen Ausflugszielen „für die Erwachsenen“ brauchte unsere Tochter dringend eine Pause zum Spielen und Kreativsein. Wir verbrachten deshalb erstmal einen halben Tag im Hotel. Auch wenn unsere Weltreise oft so aussieht als wäre jeder Tag ein Abenteuer sind Pausen und Alltagsmomente zwischendurch natürlich wichtig. Das Tagesprogramm haben wir entsprechend kurz gehalten.

Auf dem Weg von Batchelor zu den Florence Falls kommst du zunächst an den „Magnetic Termite Mounds“ vorbei. Ein kurzer Halt an den Termitenhügeln lohnt sich, auch wenn du im Kakadu – und Litchfield National Park ohnehin viele Termitenhügel siehst. An diesem Aussichtspunkt sind extrem viele der beeindruckend hohen Bauten akkurat aneinandergereiht zu sehen. Die Hügel wurden dabei für die perfekte Temperierung immer genau in Nord-Süd-Richtung errichtet. Ein faszinierender kurzer Zwischenstopp.

Kurze Zeit später erreichten wir dann auch schon die Florence Falls, das vielleicht beliebteste Fotomotiv des Litchfield Nationalparks. Vom Parkplatz aus führt ein kurzer Spazierweg zur Aussichtsplattform. Von dort aus kannst du die Wasserfälle gut von oben sehen. Möchtest du zur Badestelle, dann warten noch ca. 150 Treppenstufen auf dich. Alternativ gibt es einen längeren Creek Walk, der am Wasser entlang durch den Wald verläuft. Auf diesem kannst du vom nahegelegenen Buley Rockhole bis zu den Florence Falls wandern. Wir haben uns für den kürzeren Weg entschieden und die Treppen auch mit Kind geschafft. 😉

Badestellen findest du sowohl oben an der Florence Creek und am Buley Rockhole als auch unter den Wasserfällen. Es gibt allerdings ziemlich viele Felsen, die den Einstieg erschweren und die Treppe ins tiefe Wasserbecken unter den Florence Falls war für unsere Tochter nicht wirklich geeignet. Aus diesem Grund haben uns die Wangi Falls am Vortag besser gefallen. Bist du aber ein sicherer Schwimmer, hast im Idealfall noch eine Poolnudel zum entspannten Im-Wasser-Treiben dabei und benötigst keine halbe Stunde für den Einstieg ins Wasser, sind auch die Florence Falls eine tolle Bademöglichkeit.

Nach einer Woche Natur kehrten wir schließlich zurück nach Darwin, wo wir am Ende unseres Nordaustralien-Roadtrips noch ein paar entspannte Tage genossen bevor unsere Weltreise nach Asien weiterging.

Unser Fazit zum Nordaustralien-Roadtrip

Das Northern Territory hatten wir bei unserer ursprünglichen Australien Roadtrip-Planung überhaupt nicht auf dem Schirm. Zum Glück hatten wir letztendlich aber noch etwas Reisezeit übrig und beschlossen uns auch diesen Teil des Landes anzuschauen. Darwin ist eine interessante Stadt, die bei uns viel zu wenig bekannt ist und die beiden Nationalparks hielten einmalige Highlights bereit, die wir sonst in Australien noch nicht gesehen hatten. Wenn du also auch Zeit für einen Abstecher in den Norden hast, schau dir diese unbekanntere Gegend Australiens unbedingt an.

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