6. Etappe: Über Palmerston North & Napier in Richtung Hobbiton
Fahrtstrecken:
Wellington – Palmerston North: ca. 140 km / 1:45h
Palmerston North – Napier: ca. 180 km / 2:15h
Napier – Karapiro: ca. 265 km / 3:30h
Unterkünfte:
Unsere Unterkunft in Palmerston war zwar auf den ersten Blick schön und vor allem groß, aber leider nicht besonders sauber. Aus diesem Grund empfehle ich sie hier nicht weiter.
Im Ferienhaus in Napier hingegen fühlten wir uns direkt wohl. Groß und gemütlich, maritim eingerichtet und obwohl es nicht das neueste Haus war, gut gepflegt und sauber. Nur eine Straße trennte uns vom Meer (inklusive Spielplatz und Strand), Meeresrauschen war also inklusive.
Kennst du diese Unterkünfte, bei denen man direkt spürt, dass die Besitzer gern Gastgeber sind? In Karapiro wohnten wir in so einem wunderschönen Airbnb Cottage auf einer Farm. Ob Wein und frische Eier oder deutsche Kinderbücher und Toni-Box für unsere Tochter – alles war extra für uns vorbereitet und wir fühlten uns direkt willkommen. Die Gastgeber-Familie wohnt nebenan und ist super nett ohne dass die Privatsphäre irgendwie gestört wird. Die übrigen Nachbarn sind Alpakas, Hühner und Pferde. Bonus: Hobbiton liegt nur 10 Minuten entfernt.
Palmerston North war für uns nur ein Zwischenstopp, um die Rückfahrt in Richtung Norden etwas zu verkürzen. Da es fast die ganze Zeit regnete, kann ich zum Ort leider nichts berichten außer dass es (wie übrigens in vielen Städten Neuseelands) einen „Chipmunks“ Indoor Spielplatz gibt. 😅
Napier
In Napier genossen wir dann ein paar sonnige Tage in unserem Haus am Meer (auch wenn zwischen uns eine Straße lag). Zum Baden eignet sich der Ort allerdings nur begrenzt, denn es gibt starke Meeresströmungen. Abkühlung und Entspannung im Wasser findest du stattdessen z. B. im Ocean Spa. Es gibt verschiedene Bereiche, u. a. auch einen Aktiv- und Kinderpool.
Die Region Hawke‘s Bay ist vor allem für guten Wein und – dank Social Media – für den Ort mit dem längsten Namen der Welt bekannt. „Taumata whakatangi hangakoauau o tamatea turi pukakapiki maunga horo nuku pokai whenua kitanatahu“ (oder kurz Taumata Hill) bedeutet übersetzt in etwa „der Ort, an dem Tamatea, der Mann mit den großen Knien, der Berge hinunter rutschte, erklomm und verschlang, bekannt als der „Landeater“, Flöte für seine Geliebte spielte“. Okay. Fotos bzw. Videos vor dem ewig langen Schild mit dem Ortsnamen sind inzwischen jedenfalls sehr beliebt.
Napier selbst bietet überraschend viele Restaurants und Sehenswürdigkeiten wie Museen, Art Deco Gebäude und sogar Street Art. Wir können zum Beispiel das Faraday Museum of Technology empfehlen. Dort kannst du richtig viel ausprobieren und entdecken, Geschichte zum Anfassen sozusagen.
Bei schönem Wetter lohnt sich auch ein Spaziergang entlang der Marine Parade. Perfekt für Familien, denn es gibt u. a. einen großen Spielplatz, Skatepark und Minigolf direkt am Meer plus eine Eisdiele mit vielen leckeren Sorten (Milcheis und Sorbet) in der Mitte.
Wenn du einen Blick von oben auf die Gegend werfen willst, kannst du den Hospital Hill oder den Bluff Hill ansteuern. Auf dem Hospital Hill liegt auch der Botanische Garten von Napier. Der Weg hinauf ist allerdings recht steil, egal ob zu Fuß oder mit dem Auto.


Karapiro & Hobbiton
Wir können Neuseeland natürlich nicht verlassen ohne einen Ausflug ins Auenland gemacht zu haben. Das Hobbiton Movie Set befindet sich auf der Alexander-Farm und der Zutritt ist nur über geführte Touren möglich. Deinen Termin solltest du dir so weit wie möglich im Voraus sichern, denn die Touren sind oft für Monate ausgebucht.
Wir haben uns für die Behind the Scenes Tour entschieden, die insgesamt 4,5 Stunden dauerte, kleinere Gruppen, ein Getränk im Green Dragon Inn, ein (grandioses) Mittagessen in der Mühle sowie Einblicke hinter die Kulissen (Art Department für Kostüme, Requisiten etc.) beinhaltete. Abschließend konnten wir auf eigene Faust einen kleinen Rundweg mit Hobbithäusern erkunden, die bei anderen Touren nicht besucht werden, und es gab Sekt, Apfelsaft plus eine Käse- und Obstplatte.
Unsere dreijährige Tochter war der einzige „kleine Hobbit“ in unserer Runde, aber sie hat super durchgehalten und zwischendurch immer wieder interessante Dinge entdeckt. Kinder bis 4 Jahre können übrigens gratis an den Touren teilnehmen.
Die 4,5 Stunden vergingen ziemlich schnell, dann man ist viel zu Fuß unterwegs, kann dabei immer wieder zauberhafte Details entdecken und die Pause zum Trinken und Essen (ca. 1,5h) lockert die Tour zwischendurch auf. Die einzige Station, die für uns etwas zu langwierig war, war der Halt am Art Department. Wenn du dich für die Hintergründe in diesen Bereichen interessierst, kannst du viele Fragen stellen und dich mit den Mitarbeitern vor Ort austauschen. Sonst ist es ein eher kleiner Bereich, den man recht schnell entdeckt hat.
Unsere Lieblingsorte in Hobbiton waren eindeutig die Mühle mit dem gigantischen Mittagessen nur für unsere Gruppe und das begehbare Hobbithaus. Dieses ist unglaublich detailgetreu und liebevoll gestaltet und man darf nahezu alles ausprobieren, anfassen und entdecken. Es gibt auch ein Kinderzimmer, in das sich unsere Tochter direkt verliebt hat. Es gab genug Zeit, um sich umzuschauen und Fotos zu machen und damit es nicht zu voll wird, wurde die Gruppe auf zwei Häuser aufgeteilt. Wir waren im Haus mit der roten Tür. 😉
Am Ende der Tour bringt dich der Reisebus wieder zurück zum Parkplatz. Während der kurzen Busfahrten liefen begleitende Videos, doch auch ein Blick aus dem Fenster lohnte sich immer. Es gibt natürlich auch einen Souvenirshop und ein Café neben dem Parkplatz. Wir fanden die Tour alle drei super und der Ausflug hat sich gelohnt obwohl ich kein riesiger Herr der Ringe oder Hobbit Fan bin und Ava sowieso nur begrenzt verstanden hat, was sie da erlebte. 🤣









Abschied von Neuseeland & Fazit
Fahrtstrecke: ca. 200 km / 2:15h (Karapiro – Whangaparaoa)
Unterkunft: Airbnb in Whangaparāoa. Großes Haus, das modern eingerichtet ist, aber einige „Gebrauchsspuren“ hat. Es scheint vor allem auf asiatische Gäste eingerichtet zu sein (u. a. mit elektronischem Majong-Tisch). Wirklich traumhaft ist die Aussicht auf die Bucht, in die der Waiti River hier mündet. Das Haus hat sogar einen eigenen Zugang zum Wasser und zwei Kanus können genutzt werden. Auch die Schaukel auf dem Balkon war super für unsere Tochter.
Für uns ging es zum Abschluss unseres Neuseeland-Roadtrips nach Whangaparāoa (nördlich von Auckland). Ausflugstipps für diese Gegend findest du oben bei Etappe 1 / Auckland. Es ist auf jeden Fall eine sehr schöne Region und ich würde immer wieder eine Unterkunft dort buchen statt länger in der Großstadt Auckland zu bleiben.
Drei Monate Neuseeland-Roadtrip gehen zu Ende
Unglaublich wie schnell unsere drei Monate in Neuseeland vergingen und wie viel wir in diesem wunderschönen Land erlebt haben.
Die Nordinsel solltest du keineswegs einfach überspringen, denn sie hat ihren ganz eigenen Charme: grüne Hügel und Wiesen, brodelnde Geothermalgebiete und der größte Vulkan Neuseelands (gleichzeitig einer der größten Supervulkane der Welt), der Taupō, sind nur ein paar der Sehenswürdigkeiten. Einige Gegenden wie Coromandel und die Bay of Plenty konnten wir während unserer Reise leider nicht erkunden, da uns das Wetter im Spätsommer/Herbst einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Immer wenn wir in der Nähe waren, wurden die Regionen von Erdrutschen oder Überflutungen getroffen, so dass wir unsere Route umgeplant haben.
Die Südinsel Neuseelands ist mindestens genauso schön. Sie bietet einfach andere Reize, allen voran hohe Berge und Gletscher, die einen aufregenden Kontrast zu den grünen Regenwäldern und breiten Sandstränden bilden. Im Beitrag zu unserem Roadtrip auf Neuseelands Südinsel teile ich all unsere Erlebnisse und Tipps aus diesem Teil der Reise. Schau doch gleich mal vorbei und entscheide selbst, welche Insel die bessere Wahl für dich ist. Oder mach es wie wir und bereise beide Inseln. 😍
