4. Etappe: New Plymouth mit Zwischenstopp in Te Kuiti
Fahrtstrecken:
Taupo – Te Kuiti: ca. 130 km / 1:45 h
Te Kuiti – New Plymouth: ca. 160 km / 2:20 h
Unterkunft: Novotel New Plymouth. Wir hatten eine Suite mit separatem Schlafzimmer und waren total zufrieden. Sehr modern und geräumig. Auch Lobby und Restaurant sahen gut aus, nur das Fitnessstudio ist etwas zu klein. Dafür gibt‘s dort eine Mini-Sauna.
(In Te Kuiti haben wir nur eine Nacht in einem Standard-Motel verbracht.)
Te Kuiti
Te Kuiti ist ein kleiner, eher unscheinbarer Ort. Falls du trotzdem dort bist, ist der Shoppington Toy Store ein lohnenswerter Zwischenstopp mit Kindern. Wenn du durch den Ort fährst, wirst du ihn auf jeden Fall erkennen, denn im Vorgarten stehen viele Spielzeuge und Seifenblasen fliegen durch die Luft. Einfach ein kunterbunter Kindertraum. Innen erwartet dich ein kleiner Spielzeugladen, aber es war gar nicht so einfach unsere Tochter überhaupt ins Geschäft zu bekommen (obwohl es sonst bei Spielzeugläden ja eigentlich eher umgedreht ist).


Waitomo Caves
Te Kuiti ist außerdem eine gute Ausgangsbasis für einen Besuch der Glühwürmchen-Höhlen „Waitomo Caves“. Vorab: Die Tour solltest du auf jeden Fall rechtzeitig buchen, denn kurzfristig finden sich selten freie Plätze. Auf eigene Faust kannst du die Höhle nicht erkunden, es gibt aber ringsherum einige Wanderwege und bei Dunkelheit zeigen sich überall entlang des Flusses Glühwürmchen.
Aber nun zur eigentlichen Tour durch die Waitomo Glühwürmchen-Höhle. Die Tropfsteinhöhle wurde 1887 von zwei Männern, einer davon der damalige Maōri Chief, entdeckt und ist noch heute im Besitz dieser Familie. Das Personal und somit auch die Guides sind direkte Nachfahren und erzählen während des Rundgangs viel Wissenswertes. Die große Tropfsteinhöhle an sich ist schon sehenswert, aber bei der kurzen Bootsfahrt in der Höhle siehst du dann noch unzählige Glühwürmchen. Leider sind Fotos in der Höhle nicht erlaubt, der Besuch lohnt sich aber wirklich. Es gibt verschiedene Touren, von einfach bis abenteuerlich. Ein ganz besonderes Erlebnis müssen auch die Konzerte, z. B. in der Weihnachtszeit, sein.
Wanderung für Familien: Auf zu den Omaru Falls
Gut geeignet für Kinder fanden wir in dieser Ecke Neuseelands die kurze Wanderung zu den Omaru Falls. Nachdem wir eine Kuhweide durchquert hatten, ging es etwa 45 Minuten lang durch den Wald, immer am Mokau River entlang. Etwas aufregend ist die kleine, ziemlich wackelige Hängebrücke. Am Ende wirst du mit einem unglaublichen Blick auf den breiten Wasserfall belohnt. Anschließend geht es auf dem gleichen Weg zurück. Bei Regen war dieser stellenweise matschig und es gibt ein paar Steine, Stufen etc. zu meistern. Wir waren dafür die ganze Zeit allein unterwegs und hatten auch die Aussicht auf die Omaru Falls nur für uns.





New Plymouth
In New Plymouth erreichten wir schließlich die Westküste von Neuseelands Nordinsel und genossen es, wieder am Meer zu sein.
Lohnenswerter Zwischenstopp entlang der Route von Te Kuiti nach New Plymouth: die Felsformationen Three Sisters und Elephant Rock. Leider war der Aussichtspunkt bei unserem Besuch durch eine Straßenbaustelle mit ordentlich Stau versperrt, aber sonst hast du von diesem Ort die beste Aussicht auf die beeindruckenden Felsen im Meer.
Wir sind stattdessen weiter zum Tongaporutu Beach gefahren. Dort kannst du bei Ebbe über den Strand zu den Three Sisters laufen. Bei uns war das Wasser zwar weit draußen, ein Stück Weg führte aber durch etwa hüfttiefes Wasser. Mit Kleinkind auf der Durchreise war uns das ein bisschen zu abenteuerlich, auch weil es hier herabfallende Felsen, Meeresströmungen und unvorhersehbare tiefe Stellen im Wasser geben kann.


Meine Ausflugstipps für Familien mit Kindern in bzw. um New Plymouth:
Pukekura Park
Sehr gepflegter 52 Hektar großer Park mit vielen interessanten Stationen: Botanischer Garten, Spielplätze, Teehaus, Wasserrad, Springbrunnen, Wasserfall, Poets Bridge uvm. All das kannst du völlig kostenfrei besuchen (außer natürlich Speisen und Getränke). Tipp: Besuche die Fernery (riesiges Gewächshaus für Farne und viele andere Pflanzen). Sogar unsere Tochter war begeistert von den vielen wunderschönen Blumen und den Tunneln bzw. Treppengängen, die von einem Bereich in den nächsten führen.







Destination Kawaroa
Unser Lieblingsort in New Plymouth. Direkt am Meer befindet sich ein liebevoll gestalteter, großer Spielplatz mit verschiedenen Themenbereichen (z. B. Wasserspiel, Abenteuer oder Sensorik). Nebenbei lernen die Kinder dank interaktiven Stationen und Infotafeln viel über die Kultur Neuseelands und die Verbindung von Wasser und Land. Es gibt Picknick-Bereiche, einen Parcour (Pumptrack) für Fahrräder und Outdoor-Fitnessgeräte, Meerblick inklusive. Nebenan befinden sich außerdem ein Squash Club und ein Schwimmbad. Wer möchte kann den Coastal Walkway an der Küste entlang spazieren, joggen oder mit dem Fahrrad entlang fahren.



Aussichtspunkt am Paritutu Rock/Centennial Drive
Bei gutem Wetter solltest du unbedingt einen Halt an diesem Aussichtspunkt machen, denn der Blick auf den Back Beach und die Felsformationen Seagull Rock, Round Rock und Snapper Rock ist einmalig. Es gibt auch Picknickbänke auf der Wiese.




Puke Ariki
Kostenfreies Museum und Bibliothek. Das Museum ist interessant gestaltet mit Daueraustellungen zur lokalen Tierwelt im Meer und an Land, über Geologie, Klima, Maōri-Kultur uvm. Kinder erhalten ein kleines Rätsel (Suchbilder mit Ausstellungsstücken des Museums) und können sich am Ende einen Stempel als Preis abholen. Besonders toll fanden wir die temporäre Ausstellung zu den Rescue Teams Neuseelands. Hier ist wirklich alles interaktiv gestaltet und es macht Spaß alles mal auszuprobieren: Jetski fahren oder als Rettungsschwimmer arbeiten, Feuer löschen oder Helicopter fliegen, im Schlauchboot sitzen oder einem Brand entkommen… Spannend für Kinder und Erwachsene!








Mount Taranaki & Egmont National Park
Überraschenderweise einer unserer schönsten Ausflüge auf der Nordinsel Neuseelands. Mit über 2.500 Metern Höhe und perfektem Kegel wirkt dieser Vulkan schon fast unwirklich. Der Mount Taranaki liegt im Egmont National Park, ca. 30 bis 45 Minuten von New Plymouth entfernt. Zahlreiche Wanderwege für jeden Schwierigkeitsgrad machen ihn zum beliebten Ausflugsziel.
Wir haben uns für den Manganui Gorge Track entschieden (Gesamtdauer mit dreijährigem Kind etwa eine Stunde). Die Wanderung führt über das Manganui Skigebiet zu einer spektakulären 100 Meter langen Hängebrücke über die Manganui Schlucht. Von dort genießt du die perfekte Aussicht auf den Vulkangipfel. Die Brücke wurde übrigens erst im Mai 2024 eröffnet. Wenn du die Wanderung mit Familie machst, solltest du darauf eingestellt sein, kleinere Kinder phasenweise zu tragen (haben wir zumindest bei allen Familien so beobachtet, unsere eingeschlossen). Die Strecke ist nicht zu anspruchsvoll, aber zumindest der Hinweg führt konstant über steinige Wege bergauf und bietet anfangs eher wenig Spannung für die Kleinen. Spätestens am Tunnel und an der Hängebrücke sind die Beine dann aber wieder ausgeruht. 😉










Eine weitere kurze Wanderung am Mount Taranaki/Egmont National Park führt zu den Dawson Falls. Je nachdem an welchem Punkt du startest, erreichst du den Wasserfall in nur 5 Minuten (an der Straße parken) bzw. 30 Minuten (ab Visitor Center). Der Weg ist kurz, aber du musst einige Treppen laufen und bei der etwas längeren Tour führt die Strecke durch den Wald „über Stock und Stein“. 😅 Schau dir den Wasserfall lieber von unten an, du kannst nämlich direkt bis ans Wasser gehen und hast von dort die schönste Aussicht. Der Blick von oben (Aussichtsplattform) lohnt sich nicht so sehr.




Hollard Gardens
Tolle kleine Garten- bzw. Parkanlage mit verschiedenen Themenbereichen und Family Corner (Picknick-/Grillstellen und neuer Spielplatz). Richtig toll: das Hollard Centre bietet in gemütlicher Atmosphäre eine kleine Bibliothek und kostenfreie Getränke sowie Snacks frisch aus dem Garten, ganz ohne „Aufsichtspersonal“. Wir waren begeistert davon, wie sorgsam die Menschen scheinbar mit Gemeinschaftsorten umgehen. Hier haben wir außerdem eine „Schatzkarte“ mit verschiedenen Objekten aus dem Garten mitgenommen, die Kinder während des Besuchs suchen können. Das hat unsere Tochter immer wieder motiviert und wir konnten tatsächlich jeden Bereich erkunden. In „Bernie‘s Home Garden“ lernen Kinder dann noch etwas über den Anbau von Lebensmitteln. Die Hollard Gärten sind täglich rund um die Uhr geöffnet und es wird kein Eintritt verlangt.






5. Etappe: Neuseelands Hauptstadt Wellington
Fahrtstrecken:
New Plymouth – Whanganui: ca. 160 km / 2 h
Whanganui – Wellington: ca. 195 km / 2:30 h
Unterkünfte:
In Whanganui blieben wir nur eine Nacht in einem Motel, um die Fahrt zwischen New Plymouth und Wellington mit Kleinkind erträglicher zu gestalten. 😉
Novotel Wellington. Hier haben wir eine Nacht verbracht bevor wir mit der Fähre auf die Südinsel Neuseelands gefahren sind. Die Zimmer waren im klassischen Novotel-Stil und das Hotel liegt sehr zentral. Beim Checkin hat unsere Tochter ein Kiwi-Kuscheltier geschenkt bekommen, dafür gibt es definitiv Pluspunkte. 😉
Double Tree by Hilton Wellington. Wunderschönes Gebäude im Stil der 1920er (nur moderner), das nach der Rückkehr von der Süd- auf die Nordinsel unsere Unterkunft für eine Nacht war. Wir haben uns rundum wohlgefühlt und die Lage ist ebenfalls perfekt, viele Sehenswürdigkeiten von Wellington sind fußläufig erreichbar.
Wellington kann ich mit meinem Bericht fast nur unrecht tun, denn wir waren hier nur jeweils einen Tag vor bzw. nach der Fährfahrt zur Südinsel.
Drei Ausflüge, die wir in Wellington für Familien empfehlen können:
Cable Car Fahrt zum Botanischen Garten
Von der Innenstadt geht es bei einer kurzen, aber unterhaltsamen Fahrt den Berg hinauf zum Botanischen Garten mit Spielplatz, Discovery Garden, Observatorium, Cable Car Museum uvm. Ein Nachmittag war eigentlich viel zu kurz für das große Areal und der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Die Cable Car Tickets können online oder vor Ort gekauft werden, die Bahn ist Teil des normalen ÖPNV.










Te Papa Tongarewa Museum of New Zealand
Ein tolles Museum für die ganze Familie, in dem es viel zu entdecken gibt. Ich möchte nur zwei unserer Lieblingsbereiche nennen: 1) die Ausstellung rund um die Naturgewalten in Neuseeland inklusive Erdbeben-Haus (Simulation), Tsunami-Modell (zum selbst pumpen) und Informationen zu den verschiedenen Vulkanen und 2) den „PlaNet Pasifika“ Kinderbereich mit vielen Kreativstationen und kindgerechten Informationen zum Leben auf den Pazifikinseln. Jeder von uns hat im Museum interessante Bereiche entdeckt, es gab viel zum Ausprobieren und Lernen und das Ticket ist sogar 48 Stunden gültig.







Frank Kitts Park
Sehr schöner, großer Spielplatz direkt an der Waterfront. Beim Spielen (oder Zuschauen) kannst du den Blick auf die Hochhäuser der Stadt oder das Meer inklusive Fähren genießen. Der Spielplatz liegt direkt zwischen den Museen Te Papa Tongarewa und Wellington Museum, optimal um vor oder nach dem Besuch etwas Energie loszuwerden.



Für uns ging es von Wellington aus erst einmal weiter zur Südinsel Neuseelands (Beitrag ist verlinkt). Nach 1,5 Monaten Südinsel kamen wir dann zurück nach Wellington und setzten unseren Roadtrip auf der Nordinsel fort.
Nach unserer Rückkehr nach Wellington setzen wir den Roadtrip auf Neuseelands Nordinsel fort. Es geht vorbei an grünen Hügeln, Stränden und Weinregionen bis in den Norden von Auckland…
