Etappe 4: Von Queenstown zum Lake Tekapo & weiter nach Christchurch
Fahrtstrecken:
Queenstown – Lake Tekapo: ca. 250 km / 3:15 h
Tekapo – Christchurch: ca. 230 km / 3:10 h
Unterkunft:
Peppers Bluewater Resort Lake Tekapo & Peppers Clearwater Resort Christchurch. Beide Hotels haben wir dank Olis Accor Membership günstiger buchen können, Frühstück inklusive. Während das Hotel am Lake Tekapo sehr zentral liegt (fußläufig zum See und Planetarium, aber auch Unterkunft einiger Busreisegruppen und viel „Durchgangsverkehr“), ist das Resort in Christchurch eher außerhalb direkt am Golfplatz zu finden (sehr ruhige und gepflegte Gegend, Gated Community Stil). Dafür waren in Christchurch Service und Frühstücksqualität um Welten besser. Die Zimmer sind nicht die neuesten und zeigen ein paar Macken, sind aber komfortabel.
Die Clay Cliffs
Wir haben uns wie in einer anderen Welt gefühlt als wir in der Nähe von Omarama am Fuß der riesigen Klippen standen. Der Wanderweg ist mit festen Schuhen leicht zu bewältigen und war abwechslungsreich genug, um auch unsere Tochter zu motivieren. Der weite Blick auf die Berge und das Flussbett, die vielen Hagebutten-Sträucher entlang des Weges (ein Traum im Herbst) und die unwirkliche Kulisse der Clay Cliffs sind eine einmalige Kombination. Nur die Anfahrt über eine Gravel Road solltest du einkalkulieren. Wir waren am späten Nachmittag an den Clay Cliffs und haben nur wenige Menschen auf dem Weg getroffen, an den Klippen selbst waren wir allein. Unvorstellbar wenn man bedenkt wie besonders die Landschaft hier ist.




Tekapo
Tekapo liegt am gleichnamigen See und ist tagsüber eine eher unscheinbare Kleinstadt. Eines der bekanntesten Fotomotive ist wahrscheinlich die Church of the Good Shepherd. Die kleine Kirche wirkt wie aus einer anderen Zeit, idyllisch und in spektakulärer Lage vor dem See und Bergpanorama der Southern Alps. Zur Blütezeit im Frühling (November) wird die Schönheit noch von zahlreichen Lupinen ergänzt. Kein Wunder, dass sich die Touristen hier tummeln. Das nimmt dem Ort leider viel von seinem Charme, für einen kurzen Zwischenstopp, z. B. bei einem Spaziergang am See, solltest du aber trotzdem vorbeischauen.




Der beste Ort, um in die Sterne zu schauen
Nachts zeigt sich dann eine ganz andere Dimension von Naturschönheit. Der Lake Tekapo liegt nämlich direkt am „Stargazing Highway“ inmitten des Dark Sky Reservats. Hier ist die Lichtverschmutzung so gering, dass optimale Bedingungen für Astronomen und Hobby-Sterngucker herrschen. Kein Wunder also, dass es zahlreiche Stargazing Touren gibt.
Oli hat während unserer Reise an einer Tour des Anbieters Dark Sky Project teilgenommen und war begeistert. Insgesamt war die Gruppe von etwa 20 Personen etwas mehr als zwei Stunden unterwegs und es gab die Möglichkeit fünf verschiedene Teleskope auszuprobieren. Gleichzeitig wurde viel Wissen vermittelt und Fragen jederzeit beantwortet. Alternativ lohnt sich auch tagsüber ein Besuch der Dark Sky Project „Basis“ in Tekapo (mit Indoor Dark Sky Experience und riesigem 125 Jahre altem Brashear Teleskop) oder des Astro Cafés auf dem Mount John (Traumblick auf den Lake Tekapo und die Southern Alps bis zum Mount Cook).
Die Tekapo Springs haben wir selbst nicht besucht, aber ich möchte sie nicht unerwähnt lassen. Hier kannst du dich in den Hot Pools und beim Saunieren entspannen oder Familienzeit im Kids Aqua Play Bereich verbringen. Zusätzlich gibt es Angebote wie Yoga, Minigolf oder im Winter Eislaufen. Richtig gut klingen die „Soak in the Stars“ Touren (Mindestalter 10 Jahre): Erklärungen zum Nachthimmel und Geschichten über die Sternkonstellationen plus mit einer Unterwasser-Hängematte im Hot Pool bei Entspannungsmusik zu den Sternen schauen.







Der höchste Berg Neuseelands: der Mount Cook
Der Aoraki/Mount Cook National Park ist nicht allzu weit von Tekapo entfernt (etwa 100 km / 1 h Fahrt). Wir nutzten das für einen Ausflug zum Aoraki/Mount Cook Visitor Centre und eine Wanderung zum Mueller Gletscher. Über den Hooker Valley Track geht es dabei zum Lake Mueller und anschließend über drei Hängebrücken zum Hooker Lake. Leider war bei unserem Besuch nur die erste Brücke geöffnet, da die zweite gerade erneuert wurde. Unsere Wanderung endete deshalb bereits am ersten See. Der Weg ist gut befestigt und es gibt nur ab und zu ein paar Treppen. Überdurchschnittliche Fitness benötigst du hier nicht und auch für kleinere Kinder ist die Wanderung gut machbar, es war allerdings für unseren Geschmack etwas zu viel los. Wenn möglich solltest du diese Wanderung eher morgens einplanen, dann hält sich der Ansturm wahrscheinlich noch in Grenzen.







Christchurch
Christchurch ist für neuseeländische Verhältnisse schon eher eine Großstadt. Für Familien gibt es hier eine Menge zu entdecken:
Lernen & Kultur
- International Antarctic Centre: Alles Wissenswerte rund um die Antarktis, interaktiv gestaltet mit Besonderheiten wie Hägglund-Fahrten (ab 1,20 m Körpergröße), Schneesturm-Simulator, 4D-Kino, Pinguin Auffangstation uvm. Sowohl für Kinder als auch Erwachsene sehr interessant und empfehlenswert!







- Tūranga Bibliothek: Große, schön gestaltete Bibliothek mit vielen Lese- und Spielmöglichkeiten für Kinder (u. a. Kreativstation mit Lego, Rutsche, Tischtennis, Bausteine, …) und Erwachsene (z. B. Nähen, Programmieren, Stanzen). Der Eintritt ist kostenfrei, Spenden sind möglich.



- Canterbury Museum: Leider wurde das Museum bei unserem Besuch gerade umgebaut und wir konnten „nur“ das Pop-Up Museum besuchen, aber auch das hat sich gelohnt. Zu sehen gab es einige der beliebtesten Museumsstücke, u. a. Dinosaurier, Exponate aus der Tier- und Insektenwelt, ein Pferd zum Aufsatteln für alle unter 14 und einige Besonderheiten aus aller Welt. Ein kurzweiliger und kostenfreier Besuch.




- Quake City: Erklärt wird alles rund um die verheerenden Erdbeben von Canterbury und Christchurch 2010/2011. Zu sehen sind u. a. Teile beschädigter Gebäude, Informationen zum Verlauf der Erdbeben oder Videoaufzeichnungen von Nachrichtenbeiträgen bis Live-Aufnahmen während des Unglücks. Für kleinere Kinder ist die Ausstellung noch nicht so interessant, es gibt aber eine Lego-Station, an der neue Gebäude gebaut werden können und der Eintritt ist bis 15 Jahre kostenfrei.




- Arts Centre: Kein einzelnes Gebäude, sondern ein großes Areal mit verschiedenen Museen, Galerien, Shops und Restaurants. Hier finden auch viele Workshops, Events, Vorträge und Vorstellungen statt. Während unserer Reise (Ostern 2026) gab es z. B. das Outdoor Cinema mit kindgerechten Filmen und Spielzeiten.
- Christchurch Art Gallery: Moderne Kunstgalerie, die allein architektonisch ein Hingucker ist. Wir haben uns aufgeteilt: ein Erwachsener schaute sich im Museum um, der andere blieb bei unserer Tochter am Spielbereich (direkt im Erdgeschoss). Der Eintritt ist übrigens auch hier gratis.
Spielplätze, Ausflüge in die Natur & Co
- Margaret Mahy Family Playground: Riesiger Spielplatz mit allen möglichen Spielgeräten und Wasserspielbereich. Die zentrale Lage macht ihn zum perfekten Zwischenstopp bei Museumsbesuchen usw. Es gibt mobile Kaffee- und Snackstände. Allerdings war es bei unserem Besuch sehr voll und unsere Tochter hatte schnell genug vom Trubel.
- He Puna Taimoana Hot Pools: Verschiedene Pools mit unterschiedlicher Wassertemperatur (zum Teil mit Meerblick), Saunen und ein Kinderbereich. Du buchst (am besten vorab online) einen Zeitslot von 2 Stunden für den Besuch.
- Botanischer Garten: Ein großes Parkareal mit unzähligen alten Bäumen, Visitor Center und Besonderheiten wie dem Magnetic Observatory. Es gibt Spielplätze und im Sommer einen kleinen Badebereich (Splashpad / Babypool-Tiefe).





- Spencer Park: Im Park findest du Picknick- und Spielplätze, Minigolf, Beachvolleyball- und Basketballplatz, einen Hochseilgarten (Adrenalin Forest Christchurch), Campingplatz und den Strand. Wir haben hier einen ganzen Nachmittag verbracht ohne dass es langweilig wurde.




- The Groynes: Großzügiges Parkareal mit vielen Teichen, Spazierwegen, Brücken inklusive einer Hängebrücke und zahlreichen Wasservögeln. Es gibt einen Bootsverleih, zwei Spielplätze, einen Hundepark und überall Bänke am Wasser sowie Picknickbereiche.






- Christchurch Gondola: Wenn du Christchurch und Lyttelton von oben sehen willst, kannst du das ganz bequem per Seilbahn. Oben auf dem Mount Cavendish erwarten dich auch ein Café und verschiedene Wanderwege. Willst du mehr über die Geschichte und Geologie erfahren, ist der Discovery Ride (früher Time Tunnel) das Richtige für dich. Die audiovisuelle Indoor-Fahrt ist im Ticketpreis enthalten.
- Major Hornbrook Track: Alternativ kannst du wie wir auf den Berg hinauf wandern. Der Major Hornbrook Track startet in Lyttelton und ist mit etwa 1 km / 45 Minuten auch für Kinder machbar. Allerdings bist du dann noch nicht am Gipfel (weiterführende Wanderwege vorhanden). Die Aussicht auf den Hafen von Lyttelton, das Meer und die Natur ringsherum war trotzdem eine Wanderung wert.




- Barnett Cave Walk: Während unserer Zeit in Christchurch regnete es leider sehr oft, deshalb haben wir diesen Wanderweg nicht selbst ausprobiert. Er führt an verschiedenen Höhlen entlang und wäre bei Sonne ein spannendes Ausflugsziel für uns gewesen. Der gesamte Rundweg ist in etwa 1,5 Stunden zu schaffen, mit Kindern je nach Alter eventuell mehr Zeit einplanen. Einige Stellen sind wohl etwas steiler oder uneben.
Etappe 5: Über Kaikoura zurück in den Norden
Fahrtstrecken:
Christchurch – Kaikoura: ca. 180 km / 2:30 h
Kaikoura – Picton: ca. 150 km / 2:00 h
Unterkunft: Sudima Kaikoura. Modernes und hochwertiges Ambiente im Hotel sowie den Zimmern. Pool und Kinderbereich mit täglichem Kinder-Kino während der Ferienzeiten. Wir haben unseren Besuch spontan um eine Nacht verlängert.
Gore Bay
Ein toller Zwischenstopp wenn du auf dem Weg von Christchurch nach Kaikoura bist. Wenn du dem (nicht sehr verlockend klingenden, aber lohnenswerten) Tourist Drive folgst, kommst du zunächst zum Cathedral Cliffs View Point. Auf dem Weg gibt es übrigens einige „Vertrauensstände“ mit Honig, Obst und anderen Ernteprodukten. Wenn du Bargeld dabei hast, lohnt sich ein Stopp.
Wer an den Cathedral Cliffs eine spektakuläre Aussichtsplattform oder Wanderwege erwartet, wird enttäuscht sein, aber die Aussicht ist dennoch toll. Nachdem wir neben dem Hinweisschild zu den Klippen geparkt hatten, gingen wir einfach zum Zaun auf der gegenüberliegenden Straßenseite und erst dort sahen wir die riesigen Klippen aus Schluffstein (zumindest teilweise). Ein besonderer Anblick, auch durch den Kontrast zum blauen Meer, das dahinter bereits sichtbar wird.
Nachdem wir uns die Cathedral Cliffs von allen drei Aussichtspunkten angeschaut hatten (dauert nur ca. 5 Minuten), ging die Fahrt weiter in Richtung Gore Bay Beach. Die Cathedral Cliffs sind übrigens zum Teil auch vom Strand aus zu sehen. Direkt am Eingang sticht einem aber zunächst eine Sammlung von Hühnergöttern ins Auge, die entlang der Zäune festgemacht sind. Auch unsere Tochter wollte natürlich sofort einen entdecken und sich hier verewigen. Am Strand finden sich auf dem Sand zahlreiche Steine, es wurde von Kiesel bis Quartz wohl schon so einiges gesichtet. Wir hatten Glück und fanden auch einen Hühnergott, den Ava dann bemalen und an den Zaun hängen durfte. Falls du also mal am Gore Bay Beach bist, grüße ihn von uns falls er noch zu finden ist.





Kaikoura
In Kaikōura kannst du eigentlich nur in Urlaubsstimmung kommen. Ein wirklich schöner kleiner Ferienort, der vor allem wegen zahlreicher Touren auf dem Meer bekannt ist. Ob Surfen, Schwimmen bzw. Kajak fahren mit Delfinen und Seehunden oder Whale Watching – hier hast du beste Chancen deine Meeres-Träume zu verwirklichen.






Highlight für Erwachsene und Kinder: Whale Watching (ganzjährig!)
Wir haben uns für eine Whale Watching Tour entschieden und können diese zu 100% weiterempfehlen, trotz Seekrankheit. Am Tag unserer Bootstour war das Meer leider sehr rau mit „high probability of sea sickness“. So kam es dann auch, dass viele Menschen an Bord im Laufe der 3,5-stündigen Tour zur Tüte greifen mussten. Bei uns hat es sowohl Oli als auch mich irgendwann getroffen, nur unsere Tochter schaute noch begeistert aus dem Fenster. Falls du also jemals auf einem Boot ein flaues Gefühl im Magen hattest, nimm unbedingt vor der Abfahrt etwas gegen Reiseübelkeit ein. 😅 Wir wurden vor der Abfahrt darauf hingewiesen und hätten die Tour auch verschieben können. Leider waren wir nur für einen Tag in Kaikoura und es hieß „jetzt oder nie“.
Nun aber zum positiven Teil: Wir hatten unglaubliches Glück und haben insgesamt ca. 8 Pottwale und Buckelwale sowie viele Delfine, Seehunde und Meeresvögel (u. a. Albatrosse) gesehen. Begleitet wurde das Ganze von einem super sympathischen Guide mit ausgezeichneter Kommentierung. Überhaupt war die Crew sehr freundlich und professionell. Die Boote sind übrigens extra leise unter Wasser, um die Tiere so wenig wie möglich zu stören. Es war wirklich ein ganz besonderes Erlebnis, das wir sicher niemals vergessen werden.
Wale kannst du vor Kaikoura ganzjährig und relativ nah zur Küste sehen. Grund dafür ist der zwei Kilometer tiefe Kaikoura Canyon auf dem Meeresboden, der durch die speziellen Strömungen und Lebensbedingungen für reichlich Futter sorgt. Die Gegend ist also nicht nur ein Paradies für uns Menschen, sondern auch für Wale. 😉






Von Picton aus mit der Fähre zurück auf die Nordinsel
Geplante Übernachtungen in Picton standen bei unserer Reise irgendwie unter keinem guten Stern. 😄 Bei der Anreise mussten wir die Übernachtung streichen, weil wir unsere Überfahrt mit der Fähre verschieben mussten. Bei der Abreise war uns nach der Whale Watching Tour so schlecht, dass wir uns keine zwei Stunden Autofahrt bis Picton mehr vorstellen konnten und kurzerhand eine weitere Übernachtung in Kaikoura gebucht haben. Wir haben also abgesehen von der Fähre nichts von dem kleinen Ort gesehen.
Was die Fähren angeht, kennen wir uns aber inzwischen aus. Bei der Anreise haben wir die Interislander und bei der Abreise die Bluebridge Ferry genutzt. Beide Fahrten haben wir für den Nachmittag (ohne Kabine) gebucht und fanden das sehr angenehm. An Bord gibt es ein Restaurant und Café, ein Spielzimmer inklusive TV für Kinder, bequeme Sitzgelegenheiten, Aussichtsdecks, bei Buchung Schlafkabinen und eine Lounge für alle über 18 Jahren. So vergehen die fast 3,5 Stunden Überfahrt dann auch relativ schnell. Bei unserer ersten Fahrt hatten wir wunderschönes Wetter und konnten zusätzlich die traumhafte Aussicht genießen. Sogar Delfine haben wir dabei entdeckt. Tickets solltest du je nach Fahrzeugkategorie unbedingt rechtzeitig (mehrere Monate im Voraus) kaufen, denn die Termine sind oft weit im Voraus ausgebucht.






Falls du jetzt noch nicht genug von Neuseeland hast, schau dir doch einfach an, was wir bei unserem Roadtrip auf der Nordinsel so alles erlebt haben! Der Beitrag geht in den nächsten Tagen online. 🙂
